Im Sommer 1989 zog die erste Loveparade über den Ku'damm, aber der eigentliche Startschuss für den Siegeszug des Techno war der Mauerfall. Auf den Dancefloors der Hauptstadt vereinten sich Ost und West zuerst. Rainer Schmidt erzählt vom Höhepunkt dieser deutschen Kulturrevolution - und von Felix, der sich Hals über Kopf in die Szene stürzt, mitten hinein in die Liebestänze.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2010
Wenn Plot und Personal in diesem in den fernen Berliner 90ern spielenden Techno-Roman nicht so irre komplex geraten sind, verwundert das ja nicht unbedingt. Dass Christina Hoffmann sich dennoch daran stört, liegt vielleicht auch an der Sympathie, die sie für das Buch entwickelt. Rasant wie verpeilt geht es ganz wirklichkeitsgetreu los und dann immer weiter, und Hoffmann entdeckt, wie wichtig das Setting ist (war): Loveparade, E-Werk und Tresor. Rainer Schmidts erinnerungssatte Beschreibungen der Aufbruchsstimmung, des Wahnsinns in den schweißnassen, vibrierenden Kellergewölben findet Hoffmann überzeugend. Ebenso seine Simulation des 24-Stunden-Drogentripps durch das Arrangement verschiedener Realitätsebenen im Text.
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