Analysen und Perspektiven für eine bessere Agrar-Politik. Was wurde aus den großen Plänen der Zukunftskommission Landwirtschaft? "Brücken bauen" beschreibt den Versuch, eine nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft in Deutschland zu gestalten, die Umwelt, Klima, Tierwohl und Verbraucherbedürfnisse berücksichtigt. 2021 legte die von der Bundesregierung einberufene Zukunftskommission Landwirtschaft einen visionären Abschlussbericht vor. Besonders hervorgehoben werden die Beiträge von Jochen Borchert und Werner Schwarz, die als Brückenbauer maßgeblich dazu beigetragen haben, gegensätzliche Positionen zusammenzuführen und tragfähige Lösungen zu entwickeln. Trotz breiter Zustimmung und ambitionierter Ziele scheiterten die Empfehlungen der Kommission jedoch an der politischen Umsetzung. Dieses Buch analysiert die Gründe für das Scheitern und zieht Lehren für die Zukunft. Rainer Münch und Ludger Schulze Pals zeichnen nach, wie und warum es gelungen ist, Vertrauen zu schaffen, gegensätzliche Positionen zusammenzuführen und die Landwirtschaft der Zukunft neu zu denken. Sie erläutern, welche Akteure maßgeblich dazu beigetragen haben, dass eine Verständigung erzielt wurde. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei, die sich als Brückenbauer für die Landwirtschaft besonders hervorgetan haben, Jochen Borchert und Werner Schwarz. Die Autoren beschreiben, warum die Vorschläge und ihre hehren Ziele trotzdem im politischen Alltag zu versanden drohen. Und sie fragen sich, was wir daraus für die Zukunft lernen.
Wieso ist die Zukunftskommission Landwirtschaft zumindest vorläufig gescheitert? Mit dieser Frage beschäftigen sich Rainer Münch und Ludger Schulze Pals laut Rezensentin Jule Reimer in diesem Band. Der Kritiker zeichnet nach, wie die Zukunftskommission, in der Folge von Forderungen nach tierfreundlicherer und umweltschonenderer Landwirtschaft sowie Bauernprotesten im Jahr 2021 zu einer von Politik, Umweltschützern und Verbänden gleichermaßen getragenen Vereinbarung kam - die dann nicht umgesetzt wurde. In einer langen Reihe von Gesprächen mit diversen Beteiligten versuchen die Autoren, lesen wir, zu erklären, wie es dazu kommen konnte, zur Sprache kommt der Ukrainekrieg, die ängstliche Politik und anderes. Reimer merkt an, dass die Autoren Kritik an Politikern diverser Parteien scharf artikulieren, den Bauernverband jedoch nicht allzu genau ins Visier nehmen. Und sie fragt sich, ob das damit zu tun haben könnte, dass das Buch bei einem Tochterunternehmen des Landwirtschaftsverlags erschienen und Pals außerdem einer der Geschäftsführer dieses Unternehmens ist - der Landwirtschaftsverlag gehört teilweise dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband. Lobbyinteressen könnten im Spiel sein. Das Buch, fährt die Rezensentin fort, schließt jedenfalls mit einem einigermaßen hoffnungsvollen Ausblick: Die Autoren glauben, dass die geleistete Arbeit in die EU-Agrarreform 2027 einfließen kann. Nur, ob die guten Vorhaben dann auch umgesetzt werden, daran zweifeln die Autoren laut Reimer.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…