Raina Zimmering bezeichnet die Zapatisten als die großen Mythenzerstörer und gleichzeitig als die großen Synkretisten unserer Zeit. Die Zapatisten haben als erste größere Bewegung gegen den neoliberalen Mainstream, als Erfinder neuer Widerstandsformen und als Konstrukteure einer basisdemokratischen alternativen Gesellschaft in Form von indigenen Autonomien ein neues Paradigma gesetzt, das sich in gegenwärtige emanzipatorische Bewegungen und das Verständnis von alternativen Gesellschaftsformen in der ganzen Welt eingeschrieben hat.
Dank Raina Zimmerings Buch über den Zapatismus hat Rezensent Knut Henkel Einblick in die Geschichte und zugleich die aktuellen Ziele einer Bewegung erhalten, um die es heute recht ruhig geworden ist, wie er schreibt. In ihrem Text stelle die in Österreich lehrende Soziologin und Historikerin dar, wie die mexikanische linke Bewegung aus ihren missglückten militärischen Angriffen während der Revolution von 1910 gelernt habe und ihre Ziele - die Umverteilung von Ackerland und die Aufnahme indigener Rechte in die Verfassung - heute mit anderen Mitteln durchzusetzen versuche. Mit einer Umorientierung auf neue Bündnispartner, beispielsweise die außerparlamentarischen Linken, würden die Zapatisten mit einer Kampagne an einer dauerhaften überregionalen Alternative arbeiten. Damit sei der Zapatismus ein Vorbild für andere emanzipatorische Bewegungen, so der Rezensent in Anlehnung an die Autorin.
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