Herausgegeben von Constantin Schreiber, übersetzt von Sandra Hetzl. Raif Badawi, saudi-arabischer Blogger, teilte im Internet seine Gedanken über Politik, Religion und Freiheit. Dafür wurde er zu 1000 Peitschenhieben und zehn Jahren Haft verurteilt. Diese Streitschrift versammelt die zentralen, verbotenen Texte Badawis. Sie zeigen die Spannungen zwischen einer traditionellen Auslegung des Islam und dem Anspruch auf ein selbstbestimmtes Leben in der Gegenwart. Badawi fordert Liberalismus, Toleranz, Pluralität, Meinungsfreiheit und Menschenrechte - weil sonst die arabisch-islamische Welt verloren ist. Mit einem aktuellen Text, den Raif Badawi für dieses Buch über sein Leben im Gefängnis geschrieben hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2015
"Der Säkularismus ist die Lösung!" diesen Spruch fand Raif Badawi im Gefängnis als Grafitto in einer Toilette - und er hatte auf ihn eine tröstliche Wirkung, denn er zeigte ihm, dass er im Gefängnis nicht als einziger so denkt. Diese kleine Geschichte entnimmt der Rezensent Sascha Feuchert dem vorliegenden Band, der einige zentrale Blogtexte des saudischen Bloggers sowie ein eigens für Deutschland geschriebenes Vorwort versammelt. Feuchert, der übrigens Vize-Präsident des deutschen PEN-Clubs ist, resümiert beeindruckt Badawis grundsätzliche und dabei bestechend klare - so der Rezent - Ausführungen zu den Vorzügen einer liberalen Lebensordnung, zur Idee des Fortschritts, die von keiner Religion vorangetrieben werden könne, und zur Notwendigkeit einer arabischen Aufklärung, die ganz von Neuem anfängt. "Ein kleines großes Buch", lautet Feucherts Bilanz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.04.2015
Susanne Lenz hat diese Texte des saudischen Bloggers Raif Badawi, der zu eintausend Peitschenhieben verurteilt wurde, mit großer Bewunderung für den Mut des Mannes gelesen, aber auch ein bisschen bang: Wie klar Badawi Stellung bezieht, Freiheitsrechte einfordert und Frauenverachtung anprangert, das nötigt ihr höchsten Respekt ab. Die Veröffentlichung rechnet sie dem Journalisten Constantin Schreiber als Verdienst an. Aber sie zitiert auch ein Statement von Badawis Frau, Ensaf Haidar, die versucht, Wogen zu glätten und die Brisanz der Veröffentlichung zu minimieren.
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