Rafael Horzon

Das weiße Buch

Cover: Das weiße Buch
Suhrkamp Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783518462263
Kartoniert, 218 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Rafael Horzon - Möbelmagnat, Originalgenie und Apfelkuchentycoon. Als Student und Paketfahrer gescheitert, baute er über Jahre hinweg das modocom-Imperium auf: Modelabel, Partnertrennungsagentur, Nachtklub, Fachgeschäft für Apfelkuchenhandel eine bahnbrechende Idee jagte die nächste, und jedes Projekt sorgte für enormes Aufsehen: Mit einem Föhn begeisterte er die Kunstwelt, mit der Kopfkrawatte revolutionierte er die Welt der Mode und schaffte es, mit der Erfindung des perfekten Buchregals einen schwedischen Möbeldiscounter vollständig vom Markt zu verdrängen. Auf dem Höhepunkt seines an Ereignissen nicht armen Lebens hält er inne und blickt zurück.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.10.2010

Spontanekstase auch bei Alex Rühle. Ein Phänomen, das nach Informationen des Rezensenten im Herzen der Berliner Kulturschickeria inzwischen gang und gäbe sein soll, wenn es um Rafael Horzons "Weißes Buch" geht. Dieses preist Rühle als Unternehmensgeschichte eines "erfrischend größenwahnsinnigen Erzählers", der erst mit der Hochstapler-Galerie Berlintokyo die hauptstädtische Kunstszene aufmischte, dann als Entrepreneur in Apfelkuchenhandel, Akademiebetrieb und Möbelbranche reüssierte. Die Fragen, wann das Leben Kunst ist und wann die Kunst ein gewinnbringendes Unternehmen, hat Rühle von Horzon mit tieferem Witz und höherer Ironie ganz neu gestellt gesehen, und Rühle weiß schon gar nicht mehr, warum er die Probleme in seinem Leben (Scheinbesorgung an der Uni zum Beispiel) jemals ernst genommen hat.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2010

Ganz schön weiß hier. Aber Jan Wiele entdeckt auch viel Buntes in diesem Schelmen-, Entwicklungs-, Apfelkuchenroman des Unternehmers mit dem Hang zum gelungenen Scheitern. Oder handelt es sich bei Rafael Horzon doch um einen Künstler? So schwer wie das Werk scheint dem Rezensenten auch der Mann einzuordnen zu sein. Macht nichts. Der Krull'sche Tonfall und die verspielte Lebensklugheit des Erzählers nehmen Wiele für das Buch ein. Und dann ist da auch noch ein ernster Kern. Mit seinem Programm einer Ästhetisierung der Welt, meint Wiele, steht der Autor samt Kopfkrawatte und eigener Regallinie, also blendend aussehend, in der Tradition historischer Avantgarden.
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