Aus dem Englischen von Inge Uffelmann. Die Welt horchte auf, als nach der Befreiung von der Talibanherrschaft eine Gruppe afghanischer Schauspielerinnen und Schauspieler Shakespeares "Verlorene Liebesmüh" in Kabul aufführte. Zum ersten Mal seit über dreißig Jahren standen Männer und Frauen unverschleiert gemeinsam auf einer Bühne und spielten eine Liebeskomödie! Aber während der intensiven Proben tauchen ungeahnte Konflikte und neue Bedrohungen auf. Für jeden einzelnen Teilnehmer wird das Projekt zu einer existenziellen Herausforderung. Die Schauspielerinnen und Schauspieler bringen sich und ihre Familien in Gefahr. Die europäische Regisseurin findet sich bei der Arbeit nicht zurecht in den afghanischen Traditionen. Alte Wunden und traumatische Erfahrungen aus der Kriegs- und Terrorzeit brechen wieder auf. Shakespeares Text, der dramatische Alltag in Kabul und die globalen Konflikte der Kulturen überkreuzen sich mit dem Schicksal der Beteiligten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.07.2013
Als Entdeckungsreise für den Leser und Brückenpfeiler zwischen Ost und West beschreibt Irene Binal dieses Buch, das die abenteuerliche Aufführung eines Shakespeare-Stückes in Kabul dokumentiert. Die Warnung der Rezensentin, dass es sich hier um keinen literarischen Text handelt, sondern um einfache Prosa, wird entkräftet durch Binals Erkenntnis über die Wucht des Erzählten. Von den Mühen der Kleinarbeit berichtet der Text, von kulturellen Eigenheiten und Geschmäckern, von inhaltlichen Tollheiten, sodass die Lektüre der Rezensentin bald selbst wie ein Stück von Shakespeare vorkommt.
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