Preti Taneja

Wir, die wir jung sind

Roman
Cover: Wir, die wir jung sind
C.H. Beck Verlag, München 2019
ISBN 9783406734472
Gebunden, 629 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen Claudia Wenner. Eine dramatische Familiengeschichte, die zugleich die Geschichte eines Firmenimperiums und eines Landes, die brutale, letztlich scheiternde Machtübergabe von den Alten zu den Jungen darstellt, von den Männern zu den Frauen - das erzählt Preti Taneja in ihrem Debütroman. Der alte Devraj, ehemaliger Maharadscha und Chef eines mächtigen indischen Mischkonzerns, der nur ehrfürchtig "The Company" genannt wird, ist alt geworden und will sein Erbe verteilen. Er hat drei Töchter, Ranjit Singh, sein Berater, Teilhaber und Wegbegleiter, hat zwei Söhne, die ebenfalls mit bedacht werden sollen. Wer wird sich durchsetzen in diesem umfassenden Machtkampf, der auch ein Geschlechterkampf ist? Nah an den Figuren entlang, erzählt Preti Taneja in diesem Familienepos, dicht angelehnt an Shakespeares "King Lear", eine universelle Geschichte von Macht, Verrat, Untergang und Überleben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.04.2019

Christoph Bartmann bezeichnet den an Shakespeares Lear-Tragödie entlang entwickelten Debütroman von Preti Taneja als dunkles Breitwand-Melodram à la Bollywood, fantastisch, opulent, mitreißend und voll exzessiver Gewalt. Mitunter geht der "immersive" Erzählstrom dem Rezensenten zwar auf die Nerven, doch wie die Autorin den Stoff und verschiedene seiner Bearbeitungen mit der Geschichte um einen indischen Magnaten im 21. Jahrhundert verschneidet, findet Bartmann letztlich stark. Indische Realien, Thesen und Themen vom Kaschmir-Konflikt bis zum Kastensystem dienen laut Bartmann als Würze und auch mal bloß als bunter Effekt. Bei den im Hindi belassenen Textpassagen hilft dem Rezensenten ein Glossar.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.03.2019

Die britische Autorin Preti Taneja orientiert sich in ihrem Debüt an William Shakespeares "King Lear", erklärt Rezensentin Katharina Granzin - eine gute Vorlage, findet die Rezensentin, aber auch eine alte und hohe Erwartungen weckende Vorlage. Umso beeindruckter ist sie, wie geschickt und schlüssig Taneja ihre moderne Geschichte in die Form des traditionellen Königsdramas einpasst. Der Roman besteht - ganz der Tradition folgend - aus fünf Akten, die aus den fünf Perspektiven der fünf Nachkommen eines indischen Großunternehmers und seines Geschäftspartners erzählt werden. Ob der Kontext - die junge indische Upper-Class - dabei ealistisch ausgestaltet ist, tut nicht wirklich was zur Sache, findet die Kritikerin. Entscheidend ist für sie die Erzählung und die funktioniert laut Granzin zum größten Teil ganz hervorragend, bis Taneja ihr Erzählgebäude am Ende für den Geschmack der Rezensentin etwas zu krachend einstürzend lässt. Etwas weniger dramatisch hätte es Granzin, der Vorlage zum Trotz, besser gefallen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 23.03.2019

Rezensent Johannes Kaiser hält Preti Taneja für eine literarische Entdeckung. Wie die Autorin die Ablösung der patriarchalen Herrschaft in ihrer Heimat Indien als Neuinterpretation von Shakespeares "King Lear" schildert, findet er bemerkenswert. Von einem korrupten, zynischen Patriarchen und seinen renitenten Töchtern erzählt Taneja laut Kaiser multiperspektivisch breit, bitter und sarkastisch. Ein wortgewaltiges, dramatisch und spannend gezeichnetes Sittenbild der indischen Gesellschaft, das für Kaiser nur manchmal unverständlich ist, weil Hindiausdrücke im Buch nicht erklärt werden.
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