Posy Simmonds

Cassandra Darke

Cover: Cassandra Darke
Reprodukt Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783956401961
Gebunden, 96 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Sven Scheer. Cassandra Darke ist eine Londoner Kunsthändlerin, eine egozentrische, kauzige alte Dame mit Wohnsitz im noblen Chelsea. Nachdem sie unautorisierte Kopien eines verstorbenen Künstlers verkauft hat, fliegen ihre krummen Geschäfte auf: Ihr Ruf und der ihrer Galerie sind ruiniert, doch ihre Überheblichkeit leidet nicht darunter. Als sie der Aktionskünstlerin Nicki für ein paar Monate Unterschlupf unter ihrem Dach gewährt, wird Cassandra nicht nur in einen Mordfall verwickelt, der sie aus ihrer elitären Enklave hinaus in düstere Londoner Gegenden führt, sondern muss auch einige schmerzliche Einsichten über sich selbst ertragen

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.11.2019

Rezensent Ralph Trommer hat Posy Simmonds, für ihn "die große alte Dame der britischen Graphic Novel", während ihrer Lesereise in Deutschland getroffen. Dass sie mit ihrer Arbeit für den Guardian spleenige Figuren der englischen Middle und Upper Class perfektioniert hat, merkt der Kritiker auch an ihrem neuesten Comic über die schrullige Londoner Kunsthändlerin Cassandra Darke. Als sie befürchtet, dass ihre junge Nichte in ein Verbrechen verwickelt ist, macht sie sich auf ihre sehr eigene Art an dessen Aufklärung, erzählt der Rezensent, der es grandios findet, wie originell die Autorin hier mit Thriller-Versatzstücken spielt. Überhaupt sind Simmonds' Werke mit ihren langen Textpassagen laut ihm so ungewöhnlich, dass sie fast schon als eigenes Genre gelten müssen - in jedem Fall aber eine Bereicherung für die Comicwelt, versichert er.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.11.2019

Rezensent Alexander Menden ist wirklich beeindruckt von dieser Graphic Novel, die als lose Vorlage Dickens' "Weihnachtsmärchen" hat. Der Wiedergänger des Geizhalses Scrooge ist bei Posy Simmonds die schroffe und geldgierige Kunsthändlerin Cassandra, die nach einem Kunstfälscherskandal ihr Geld verliert. Nebenrollen spielen ihre Nichte Nicki, eine Performancekünstlerin, und deren Freund Billy aus der Sozialsiedlung samt seinen kriminellen Freunden. "Cassandra Darke" ist deutlich dunkler und gewaltvoller als die Vorgängerbücher von Simmonds, meint Menden, das zeigt sich ihm auch in den Farben. Besonders beeindruckt hat ihn jedoch, mit welcher Präzision Simmonds die verschiedenen Milieus Nord-Londons einfängt - von der Sozialwohnung bis zu den Gewürzsträußen der Bohos. Das erinnert den Rezensenten glatt an die Genauigkeit William Hogarths.
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