Politik im 21. Jahrhundert

Cover: Politik im 21. Jahrhundert
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783518122211
Taschenbuch, 485 Seiten, 15,29 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Claus Leggewie und Richard Münch. Gegenwärtig erleben wir einen fundamentalen Umbruch der Politik, der auch die relativ gefestigte demokratische Kultur im vereinten Deutschland verunsichert. Das Problem des schleichenden Effizienzverlusts nationalstaatlicher Politik und des zunehmenden Demokratiedefizits supranationaler (Wirtschafts-) Gemeinschaften im Zeitalter der Globalisierung wird uns zweifelsohne noch die nächsten Jahrzehnte beschäftigen. Aber auch die Frage, wie sich die Demokratie als Regierungsform in diesem Prozess und wie sich das Verständnis der Rollen von Regierung, Verwaltung und Bürgern verändern wird, welche sozialen Verwerfungen angesichts einer Politik der offenen Grenzen zu erwarten sind oder welchen Zwängen und Entwicklungschancen sich die Arbeitsgesellschaft ausgesetzt sieht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2002

Großes Lob spendet Leonhard Neidhart dem von dem Politologen Claus Leggewie und dem Soziologen Richard Münch herausgebenen Sammelband mit Aufsätzen von 25 deutschsprachigen Autoren. Es geht um die Politik im 21. Jahrhundert, ein großes Thema, das das Buch keineswegs umfassend erschöpfend behandeln könne, räumt der Rezensent ein. Und so fehlen denn auch zwei große Themenkomplexe, das "Weltflüchtlingsproblem" und die "Überalterung in den Industrieländern". Der Rezensent kann dieses Manko ganz unproblematisch verwinden, denn sämtliche Beiträge dieses "handlichen" und "wohlfeilen" Paperbacks seien relevant, kompetent, von großer Ernsthaftigkeit und ohne überflüssiges szientistisches Gepräge. Außerdem ließen sie sich auch noch überaus gut lesen und seien knapp und prägnant gehalten. Dieses Verdienst schreibt Neidhart den Herausgebern zu, deren Koordinationsleistung er beachtlich findet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.12.2001

Durch den Anschlag vom 11. September scheint der vorliegende Band, der eine Epochenzäsur bereits zehn Jahre früher zu setzen versucht, einiges an Aktualität eingebüßt zu haben. Dies aber, so Peter Niesen in seiner Rezension, scheint nur auf den ersten Blick so. Eher wird, findet er, in den Aufsätzen deutlich, "wie viel sich seit dem 11. September nicht verändert hat." Einen gemeinsamen Nenner der 25 Beiträge in diesem "straff durchkomponierten Band" kann Niesen ausmachen: die Entgrenzung der Räume, mit der sich die Politik, die Ökologie, die Wirtschaft auseinanderzusetzen haben. Der Rezensent stellt einzelne Beiträge sehr überflugsartig vor und resümiert dann, was auch für seine Besprechung gilt: dass das hauptsächlich vertretene Genre die "Überblicksdarstellung" ist. So vermisst Niesen die Entfaltung manch "intrikaten Arguments", er beklagt den Verzicht auf die Auseinandersetzung mit Kultur und Religion oder auf spekulative Entwürfe. Das, meint er, verwundert andererseits auch nicht: diese fehlen dem 21. Jahrhundert einfach noch.

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