Pierre de Ronsard

Amoren für Cassandre

Deutsch - Französisch
Cover: Amoren für Cassandre
Elfenbein Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783932245800
Gebunden, 336 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Georg Holzer. Gleich im Jahr ihres Erscheinens 1552 waren Ronsards "Amours" beim Publikum so beliebt, dass sie ein zweites Mal aufgelegt wurden, und bis heute sind sie in Frankreich Schulbuchlektüre. Formal an Francesco Petrarca orientiert, beschreiben die Sonette die Liebe des Dichters zu Cassandre Salvati, in die Ronsard sich als Zwanzigjähriger verliebt haben soll. Obwohl für ihn unerreichbar - die florentinische Bankierstochter vermählte sich kurz nach der Begegnung mit Ronsard dem Seigneur de Pray - schildert er sie, ganz anders als Petrarcas Laura, als Frau aus Fleisch und Blut, und seine Liebe ist trotz aller Qualen nicht ohne Sinnlichkeit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.02.2007

"Er und die Brust sind göttlich", seufze Pierre de Ronsard in seinen schon zu Lebzeiten berühmten "Amours", skizziert Rezensent Jan Wagner die Leidenschaftsverhältnisse des "poete", der auf den Mund anspiele und alles Runde. Damals, so der Rezensent, sei es sowohl Mode als auch ehrenwert gewesen, dass Ronsard nicht nur auf den Ahnherrn von Liebessonetten Petrarca verweise, sondern bereits von ihm und anderen Italienern bekannte Bilder und rhetorische Stilmittel als Grundaustattung seines Sonettzyklus verwende. "Erweitert" habe Ronsard diesen Kanon jedoch durch eine "überaus" irdische Sinnlichkeit, siehe Eingangszitat. Auch der Übersezter, lobt der Rezensent, habe ein kleines Kunstwerk vollbracht, so habe er als erster überhaupt eine Übersetzung in "geschmeidige" deutsche Sonette mit allen Reimen und Metren vorgelegt. Ein "beeindruckendes" Projekt aus Sicht des Rezensenten, trotz aller notwendigen Schwierigkeiten, aber da der französische Originaltext mit abgedruckt sei, könne der Leser dieser "edlen" Ausgabe direkt vergleichen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.01.2007

Werner von Koppenfels gelingt es, seine Freude über dieses Buch weise zu begründen und sich nicht, wie Pierre de Ronsard selbst, vom "Taumel der eigenen Gefühle" mitreißen zu lassen. Dem Buch schadet diese Schwäche des Autors allerdings kaum. Koppenfels jedenfalls entgeht das Spiel Ronsards mit der "petrarkistischen Affektrhetorik" als formalistisches Gegengewicht durchaus nicht, das Unterlaufen der eigenen burlesken Bildlichkeit bleibt ihm nicht verborgen. "Poetischer Vatermord" folgert der Rezensent, die höchst eigenwillige Anlehnung des Autors an Petrarca deutend, und erklärt diese Sonette denen Shakespeares für ebenbürtig. Verlag und Übersetzer zollt Koppenfels Respekt (für eine lange überfällige Leistung). Letzterem hätte er im Umgang mit dem Renaissance-Französisch manchmal eine "leichtere Hand" gewünscht.
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