Pier Paolo Pasolini

Dialoge mit Pasolini

Cover: Dialoge mit Pasolini
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783803128843
Kartoniert, 240 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Fabien Vitali. Herausgegeben von Cornelia Wild. Von 1960 bis 1965 beantwortet Pier Paolo Pasolini - kontroverser Autor von "Ragazzi di Vita", angehender Filmemacher und Lieblingsfeind der Konservativen - Briefe seiner Leserinnen und Leser. Die Rubrik "Dialog mit Pasolini" in der linken Wochenzeitschrift Vie nuove sammelt unterschiedlichste Stimmen aus ganz Italien: kalabrische Kommunisten und Bergarbeiter aus Grosseto, bürgerliche D'Annunzio-Verehrer und immer wieder junge Menschen, die mit ihren politischen Überzeugungen und denen der anderen ringen. Sie bitten um Rat, Wahlempfehlungen oder literarische Urteile, stellen Fragen zu Sexualität oder zum Erbe des Faschismus; manche äußern heftige Kritik an Pasolinis Werken, andere loben ihn ausdrücklich. Die Briefeschreiber erzählen von sich selbst, ihrer Arbeit, ihren Ängsten. Und Pasolini erwidert: leidenschaftlich, persönlich, mit aller Hoffnung auf die Jugend. Durch dieses einzigartige Archiv populärer Rede - hier erstmals ins Deutsche übersetzt - entsteht das facettenreiche Bild einer enorm politisierten italienischen Nachkriegsgesellschaft: zwischen Wirtschaftsaufschwung und Massenprotest, Konformismus und Bildungshunger, industrialisiertem Norden und vergessenem Süden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2025

Die Vie Nuove war eine italienische Zeitschrift, 1946 zum ersten Mal erschienen, den Kommunisten nahestehend, weiß Rezensent Bert Rebhandl, spannend wird sie 1960, als der Schriftsteller und Filmemacher Pier Paolo Pasolini beginnt, Leserbriefe zu beantworten. Für Rebhandl ist die von Wagenbach verlegte Auswahl dieser Briefe und Pasolinis Antworten gerade deshalb so faszinierend, weil sie ein genaues Porträt Italiens und der linken Intellektuellen zu dieser Zeit liefern: Es geht um den wirtschaftlichen und sozialen Aufschwung Italiens, um die "Krise des Marxismus", der Pasolini immer wieder mit undogmatischen, eigenen Ideen begegne, aber auch um Denker wie Erich Auerbach. Es ist spannend zu lesen, wie Pasolini stets nach eigenen Wegen sucht und dabei noch heute anschlussfähig sein dürfte, lobt Rebhandl.

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