Philipp Winkler

Hool

Roman
Cover: Hool
Aufbau Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783351036454
Gebunden, 310 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. "Hool" ist die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Philipp Winkler erzählt vom großen Herzen eines harten Jungen, von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, die besten Jahre, ihr Vermächtnis. Winkler hat einen Sound, der unter die Haut geht. Mit "Hool" stellt er sich in eine große Literaturtradition: Denen eine Sprache zu geben, die keine haben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.2016

Rezensentin Judith von Sternburg steht Philipp Winklers Debütroman "Hool" zwiegespalten gegenüber. Winkler erzähle die Geschichte des Hooligans Heiko, der sich in Hannover zwischen Kneipe, Spielothek und Fitnessstudio bewegt, in einer der Rezensentin fremden Welt, die sie in ihrer Kritik ausführlich und - das ist wohl anzunehmen - mit Interesse beschreibt. Mit guten Formulierungen und Zeitsprüngen muss sich Winklers Debüt nicht verstecken, meint sie, aber mit Clemens Meyer möchte sie ihn dann doch nicht vergleichen. Dafür bleibt ihr die Welt, die Winkler hier durchaus anschaulich konstruiert, in den Details "etwas zahm und unverbindlich". Und am Ende ist einfach alles nur traurig, bedauert die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.09.2016

Ganz eindeutig fällt Tobias Lehmkuhls Urteil über Philipp Winklers Debütroman "Hool" nicht aus. Die Geschichte um den Hannoveraner Hooligan Heiko, der sich durch sein Leben prügelt, findet der Kritiker dramaturgisch gelungen, die Kampfszenen erscheinen ihm äußerst "plastisch" dargestellt. Wenn Heiko mit seinem Kumpel Arnim, der illegale Hundekämpfe organisiert, auf eine Gruppe bewaffneter Russen trifft, entdeckt Lehmkuhl gar Szenen in bester Thriller-Manier. Und doch muss der Rezensent gestehen, dass ihm die testosteronsatte "Hau-drauf-Rhetorik" und der "Anal- und Vaginalhumor" der Figuren auf Dauer ziemlich erschöpft hat. Auch den Sinn der Geschichte, die irgendwie nicht richtig "auf die Fresse" hauen will, hat Lehmkuhl nicht ganz verstanden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2016

Schon die ersten Seiten von Philipp Winklers Roman "Hool" schlagen Andreas Platthaus in einen Bann, dem er sich nicht mehr entziehen kann. Das liegt zum Einen an der Geschichte um den Hooligan Heiko, den der Kritiker von den ersten organisierten Prügeleien im Jugendalter bis ins junge Erwachsenenalter begleitet und erlebt, wie er schließlich auf einem abgelegenen Hof arbeitet, auf dem illegale Tierkämpfe veranstaltet werden. Zum anderen verfällt der Rezensent Winklers knallharter Sprache, die in kurzen, ungeschönten Sätzen von den sogenannten "Matches", aber auch den verpassten Chancen des Helden erzählt. Wie der Autor, der in Hildesheim studierte, sein Erzähltempo verringert, wenn er Rückblicke und Erinnerungspassagen einbaut, einen Helden erschafft, der trotz seiner Einfachheit interessant bleibt und schließlich fantastische, aber nie irreale Motive in den Roman einflicht, findet der Kritiker meisterhaft. So viel "Welt" findet man selten, schließt Platthaus.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.09.2016

Philipp Winklers Debütroman über die deutsche Hooligan-Szene hat Rezensent Philipp Bovermann nicht überzeugt. Zu einseitig, bisweilen gar betulich erscheint dem Kritiker die Schilderung der Gegenrealität, die sich Hauptfigur Heiko und seine Hooligan-Freunde durch ritualisierte Prügel- und Saufgelage erschaffen, um sich ihrer Maskulinität zu vergewissern und ihrer sozialen Außenseiterrolle zu entfliehen. Wie der Autor mit "verkaterten, kantigen" Sätzen die Authentizität sozialer Realitäten heraufbeschwören will, diese dabei gelegentlich romantisiert, wirkt auf Bovermann, als solle hier mit viel "Blut und Schmutz" Streetcredibility geschaffen werden. Trotz vieler Phrasen, fehlender "emotionaler Fallhöhe" und wenig Interesse für die weiblichen Figuren hat der Rezensent in diesem Roman immerhin einen wahren Kern entdeckt.
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