Philipp Tingler

Ich bin ein Profi

Cover: Ich bin ein Profi
Edition Patrick Frey, Zürich 2003
ISBN 9783905509458
                         , 521 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

In Philipp Tinglers Buch "Ich bin ein Profi" begleitet der Leser den Ich-Erzähler auf ein Hochbegabtentreffen nach Berlin und zum Ingeborg-Bachmann-Preis nach Klagenfurt. Auch der von Alkohol, Tabletten, Einkaufstouren und Partybesuchen gekennzeichnete Alltag des Helden in der Stadt Zürich wird geschildert. Der Leser trifft Charaktere wieder, die ihm aus Philipp Tinglers Erstlingswerk "Hübsche Versuche" bekannt sind - wie Philipps Lebensgefährten Richard oder den besten Freund Oliver, genannt "die Schlange". Mit der gewohnten ironischen Präzision schildert Philipp Tingler das gesellschaftliche Leben und seine Typen in den verschiedensten Sphären - vom Personal des Auswärtigen Amts über die Repräsentanten des Literaturbetriebs bis hin zum Publikum in den "Tingel-Tangel-Lokalen fünfter Ordnung".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.09.2003

Als Gegenpart zu Michel Houellebecq preist und empfiehlt Brigitte Werneburg den schnöseligsten aller Jungliteraten: Philipp Tingler, der ihres Erachtens seinen Kollegen und anderen umtriebig-anmaßenden Personen des Literaturbetriebs voraus hat, die Hochmut in Person zu sein. Wahrer, echter Hochmut, betont Werneburg begeistert, als spräche sie über einen Edelstein, eine besondere Hunderasse oder Jahrgangswein. Tingler sei eben kein "Hochmut-Vortäuscher", wie er es bissig vielen namentlich genannten Personen im Literaturbetrieb unterstellt, die er am Beispiel des persönlich erlebten Bachmann-Wettbewerbs in Klagenfurt vorführt. Zurück zu Houellebecq: dem französischen Kollegen, erklärt Werneburg, habe Tingler die Mitleidlosigkeit und den Sarkasmus voraus, der zwar zu gleichen Ergebnissen komme, was die Durchökonomisierung auch der intimsten Lebensbereiche angeht, dies aber ohne Larmoyanz tue. Insofern sei dieser Autor auch ganz und gar unempfindlich gegen kleinbürgerliche Empfindlichkeiten, stellt die Kritikerin fest, wohingegen sie bei Houellebecq kleinbürgerliche Ressentiments "bedient" sieht.
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