"Human Territoriality" versammelt Roger Eberhards Fotografien von ehemaligen Grenzgebieten rund um den Globus und quer durch die Menschheitsgeschichte. Manche Grenzverläufe verschoben sich aufgrund des klimatischen Wandels oder landschaftlicher Eingriffe nur um einige hundert Meter, andere verschwanden, weil die Grossreiche auf beiden Seiten niedergegangen waren. Zusammen mit den ausführlichen Bildunterschriften helfen die Fotografien das vielgestaltige kartographische Puzzle unserer Welt zu entschlüsseln. In einer Zeit von Massenmigration, Grenzmauern und erstarkendem Nationalismus zeigen sie die Wechselhaftigkeit dieser menschgemachten Gebietsmarkierungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2020
Rezensent Bernd Stiegler empfiehlt gerade während der aktuellen Krise diesen Fotoband des Schweizer Fotografen Roger Eberhard. Zum einen, weil ihm der, wie er schreibt, prächtig gestaltete Band einen schönen Ersatz bietet, in Zeiten, in denen die Museen geschlossen sind. Zum anderen, weil Eberhard ihm Hoffnung macht: Während derzeit die Grenzen geschlossen sind, reist der Kritiker gern mit dem Fotografen an Orte, an denen heute nur noch Waldstücke, Seen, Gebirgszüge, Straßen oder Felder an einstige Grenzen erinnern. Gebannt folgt der Rezensent Eberhard rund um den Globus und quer durch die Zeiten bis in die Epochen der Römer oder der Qi-Dynastie und liest mit Interesse die Begleittexte, die darüber Aufschluss geben, wo einst die Grenzen verliefen. Ein geopolitisches Lehrstück, schließt er.
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