Philip Roth

The Great American Novel

Roman
Cover: The Great American Novel
Carl Hanser Verlag, München 2000
ISBN 9783446199194
Gebunden, 444 Seiten, 25,46 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz. Word Smith hat die Schnauze voll und will endlich aller Welt die Wahrheit erzählen: die Wahrheit über das tragikomische Schicksal der Ruppert Mundys, des berüchtigtsten Baseballteams aller Zeiten. Smitty muss es wissen, denn jahrzehntelang hat er als Sportreporter das Team bei all seinen heroischen Niederlagen begleitet. Klar, dass hiermit Roths verrücktestes Buch entstanden ist, eine Parodie auf Amerika.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.02.2001

Am Anfang seiner kurzen Kritik erzählt Gerrit Bartels recht amüsiert von der leicht satirisch-parodistischen Grundkonstruktion des Romans: Der Ich-Erzähler gibt sich als ein alter Sportreporter aus, der von Hemingway höchstselbst aufgefordert worden sei, "The Great American Novel" zu schreiben. Aber dann findet es Bartels doch kein Wunder, dass dieser Roman 25 Jahre auf seine Übersetzung ins Deutsche warten musste: Er handelt von Baselball, und "im Baseball die Welt und wie sie funktioniert zu erkennen, das können eben doch nur Amerikaner". Bartels dagegen haben die Erzählungen von "Battern, Werfern, Homeruns, Innings" wohl eher ermüdet: "ein Buch, das viel Wohlwollen und Willen zum Spiel braucht."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.12.2000

Thomas Leuchtenmüller ist ziemlich angetan von Phillip Roths jetzt übersetzten, im Original aber schon 1973 erschienenen Roman über die amerikanische Leidenschaft Baseball. Obwohl die Thematik im hiesigen Kulturkreis kaum interessiert, ist es Roth gelungen "einen bemerkenswertes Buch über einen Kosmos, in den man so vehement hineingezogen wird wie der Staub in den Staubstauger" zu schreiben. Psychologische Einblicke zur Baseballbegeisterung und Schlaglichter auf die soziale Zersplitterung Amerikas liefere dieses Buch von Roth, den Leuchtenmüller einen der drei großen jüdisch-amerikanischen Autoren nennt - neben Saul Bellow und Bernhard Malamud. Daneben gibt es noch "Reflexionen über Literatur", an denen der Rezensent seinen Spaß hat. Wohl nicht zuletzt wegen der Arbeit des Übersetzers Werner Schmitz, die der Rezensent "fulminant" nennt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.10.2000

Ziemlich ratlos lässt Phillip Roths Baseball-Roman den Rezensenten Bruno Preisendörfer zurück. Die Abhandlung über das uramerikanische Spiel erscheint ihm so unübersetzbar "wie ein Eskimo-Epos über den Schnee". Die Schuld daran trifft aber nicht den Übersetzer Werner Schmitz, den Preisendörfer ausdrücklich lobt, sondern ist dem Material geschuldet. Mit dem kann der deutsche Leser nach Einschätzung des Rezensenten aufgrund seiner Nicht-Wissens über Baseball einfach nicht viel anfangen, nicht zuletzt, weil ihm auch der Spaß am Identifizieren der Inspirationsquellen für die Figuren nicht vergönnt ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.09.2000

Nach Eberhard Falcke war die Übersetzung dieses Roman von 1973 ins Deutsche längst überfällig. Und so ist ihm das Vergnügen, das er bei der Lektüre empfunden hat, deutlich anzumerken. Mehrfach betont er das Groteske, ja Witzige der Geschichte, in der die Idee der Great American Novel mit ihren nationalen und identitätsstiftenden Elementen und Ansprüchen auf die Schippe genommen wird. Falcke weiß es dabei jedoch ausdrücklich zu schätzen, dass Roth sich hier nicht zu "aufgeblähtem Gegeneifer" herabgelassen hat und sieht die Stärken des Romans vor allem in dem "literarischen Schabernack", den der Autor hier betrieben hat. Eine wichtige Rolle spielt, wie Falcke feststellt, dabei die Bedeutung des Baseballs für die Amerikaner, ein Spiel, das für Roths Absichten eine ideale "Bühne" bietet. Zwar räumt Falcke ein, dass die komplizierten Regeln des Spiels und seine Mythen deutschen Lesern nicht ohne weiteres zu vermitteln sind, allerdings tue dies der Qualität des Buchs keinen Abbruch - auch wenn laut Klappentext das Buch gerade deswegen als kaum übersetzbar galt. Dem stimmt der Rezensent zwar weitestgehend zu. Die Übersetzung von Werner Schmitz lobt er jedoch dennoch als durchaus "einfallsreich (und) weltgewandt".
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