Philip Mansel

Der Prinz Europas

Prince Charles-Joseph de Ligne 1735-1814
Cover: Der Prinz Europas
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2006
ISBN 9783608937534
Gebunden, 446 Seiten, 29,50 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Klaus Kochmann. Prince Charles-Joseph de Ligne ist ein Mann, wie ihn sonst nur die Renaissance hervorbrachte: ein Hocharistokrat, ein begabter General, ein provozierender Autor, ein glänzender Gesprächspartner, ein großer Gartenliebhaber, ein Moralist und ein Memoirenschreiber. Sein Streben nach militärischem und literarischem Ruhm konnte sich nur messen mit seinem Liebeshunger. Als er 16 Jahre alt war, nahm ihn sein Vater mit nach Wien, wo er dem Kaiser und der Kaiserin vorgestellt wurde. Von diesem Zeitpunkt an befand er sich bis zu seinem Tode im Alter von 79 Jahren ständig auf Reisen und konnte stolz verkünden: "Ich habe sechs oder sieben Vaterländer." Mit seiner gewandten und produktiven Feder betätigte er sich als Autor, vor allem aber war er ein bemerkenswerter Chronist seiner Zeit. Der Freund Casanovas kannte die meisten Prominenten Europas und wurde selbst zu einer Berühmtheit: wegen seines guten Aussehens, seines Charmes und seiner Begabung zur Konversation. Der Fürst starb während des Wiener Kongresses, auf dem die Landkarte Europas unter der Begleitmusik von Bällen und Intrigen neugestaltet wurde.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.12.2006

Man müsse den Fürst von Ligne als lebendiges Kunstwerk einer untergegangen Kultur verstehen, empfiehlt und referiert zugleich Rezensent Manfred Schwarz. Wer ihn nicht kennt, wisse einfach nichts von der einzigartigen Lebenskunst des 18. Jahrhunderts. Folgerichtig tauche sein Name auch nicht in den Geschichtsbüchern auf, vielmehr in Briefwechseln und Erinnerungen seiner Zeitgenossen. Der Fürst sei aber auch selbst unermüdlich darin gewesen, sein "douceur de vivre" in seinen Schriften über alles und jedes zu verströmen. Nicht belehrend, so der Rezensent, unterhaltsam und geistreich zu sein, war sein Anliegen. Ja, für einen Mann wie ihn wäre es ärgerlich gewesen, in den Geruch zu geraten, ein Gelehrter zu sein. Entsprechend solcher Devisen gebe es vom Fürsten auch kein "Meisterwerk", jedoch viele schlüpfrige Aperçus. Philip Mansel stehe den Qualitäten seines Sujets in keiner Weise nach und habe gleichfalls ein "geistreiches und unterhaltsames" Buch geschrieben. Leider, moniert der Rezensent, könne die Übertragung da nicht ganz mithalten.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2006

Eberhard Straub ist geradezu verzaubert von der Persönlichkeit des Fürsten Charles-Joseph de Ligne, dessen Biografie Philip Mansel nun vorgelegt hat. Als Adeliger, Soldat, Schriftsteller und nicht zuletzt als viel gepriesener Liebhaber versammelte der Fürst alle Vorzüge des vollkommenen Aristokraten, schwärmt Straub. Detailliert erzählt er aus dem Leben De Lignets, der an allen Höfen Europas gern gesehen war und für seine vollendeten Umgangsformen gerühmt wurde. Offensichtlich hat er die Biografie von Mansel mit viel Freude und Interesse gelesen, allein, er verliert kein Wort über Buch und Autor.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.09.2006

Eine anregende Lektüre hat Philip Mansels Biografie des Fürsten Charles-Joseph de Ligne (1735-1814) Rezensent Hans Pleschinski bereitet. Sichtlich beeindruckt berichtet er vom überreichen Leben dieses Aristokraten und Freigeists, der in ganz Europa zu Hause war und die Menschen überall mit seinem Esprit und seinem Charme für sich einnahm. Dabei würdigt er den Fürsten und Freund Casanovas als brillanten Autor, der neben einen maßgeblichen Werk über Gartenbau, Tausende von Briefen sowie 34 Bände Memoiren verfasst hat. Die von großer Sympathie für de Ligne getragene Biografie Mansels gefällt Pleschinski besonders wegen ihrer "schwungvollen Darstellung". Dem Autor gelingt es zu seiner Freude zudem, eine untergegangene Welt wachzurufen, in der "Geist, Charme und Großmut oft über Karrieren und Glück bestimmten".
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