In Deutschland sind zunehmend Jugendliche von Armut betroffen. In dieser empirischen Studie werden die Auswirkungen von Armut nicht nur in Bezug auf die materielle Situation, sondern auch auf die sozialen und familiären Beziehungen Jugendlicher beschrieben. Die Autorin zeigt, wie Jugendliche selber Armut wahrnehmen, mit ihr umgehen und welche Hilfestellungen von Schule und sozialer Umwelt sie sich wünschen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.09.2003
Nach einem ausführlichen Bericht über Kinder als Armutsrisiko und die Benachteiligung allein erziehender Mütter kommt Rezensentin Katharina Rutschky auf Petra Hölschers Studie über Kinderarmut zu sprechen. Wie den Autoren von zwei weiteren neuen, diese Tage erschienenen Studien zu diesem Thema gehe es auch Hölscher darum zu untersuchen, wie Kinder und Jugendliche selbst ihre Armut wahrnehmen. Dabei sollen die Kinder und Jugendlich mit Hilfe des Konzepts der "Lebenslage" umfassend als Subjekte und nicht nur als Opfer erfasst werden. Wie Rutschky berichtet, verdeutlicht auch Hölschers Studie, die auf qualitativen Interviews mit 12- bis 16-jährigen armen Schülern basiert, zweierlei: schon kleine Kinder können die missliche Lage ihrer materiellen und familiären Situation einschätzen. Und: Kinder schätzen ihre Familie, selbst wenn die Mütter schwierig und die Väter schlecht sind, über alles. Was Rutschky bei dieser wie bei den anderen Studien vermisst, ist der Einsicht, dass Kinder nicht allein deswegen arm sind, weil sie kein Taschengeld bekommen oder nie in den Urlaub fahren, sondern auch weil die Eltern und Mütter in den untersuchten Fällen über "null soziokulturelles Kapital" verfügen.
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