Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2003
Rezensent Klaus Hildebrand findet Peter Winzens Biografie des langjährigen Reichskanzlers Bernhard Fürst von Bülow recht gelungen. Im Zentrum von Winzens Arbeit sieht Hildebrand die veränderte Außenpolitik nach Bismarck, den Schritt von der Bismarckschen Kontinentalpolitik zur Wilhelminischen Weltpolitik, deren negative Auswirkungen nicht lange auf sich warten ließen. Als "sachkundig und zuverlässig" lobt er Winzens Darstellung dieses wichtigen Abschnitts der Geschichte des Wilhelminischen Deutschland. Die Persönlichkeit des Reichkanzlers Bülow bleibt nach Einschätzung Hildebrands dabei "eher im Hintergrund", verschwinde streckenweise sogar hinter der Auseinandersetzung mit der Politik. Wobei er am Ende seiner Besprechung ohnehin die Frage aufwirft, ob eine Persönlichkeit wie Bülow überhaupt biografiewürdig sei. Schließlich sei Bülow nur "groß in kleinen Dingen", aber unverkennbar "klein in großen Dingen" gewesen.
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