Ein Literat spricht über die Literatur: Peter von Matt ist auch ein gewinnender Redner: Dieser Band versammelt Stücke über Johann Peter Hebel, E.T.A. Hoffmann, Elias Canetti und viele andere Dichter.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.06.2004
Was die Germanisten tun und lassen - wen interessiert's heutzutage?! Sie waren einmal die "Verwalter des geistigen Kronschatzes der Nation", zitiert Manfred Koch den Autor dieser "Reden zur Literatur", der darin erklärt, warum der Verlust dieser Funktion folgerichtig war - einerseits. Andererseits nämlich führe Peter von Matt hier gerade vor, wie man als Literaturwissenschaftler auch heute noch die Öffentlichkeit bewegen kann. Indem man nämlich weder den Verlust fester Maßstäbe und eindeutiger Hierarchien bejammert, noch dem neuen "Begriffszauber" großer Teil der Kulturwissenschaften erliegt. Von Matt plädiert für ein "kreatives Standhalten", das die Germanisten vor die reizvolle Aufgabe stellt, einer zunehmend traditionsberaubten Gesellschaft die Kunst der Verführung zum Historischen" vorzuführen und dabei die neuen Freiheiten zu nutzen, anstatt sie zu beklagen. Für eine Anschauung dieser hohen Kunst empfiehlt der Rezensent: dieses Buch.
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