Peter Truschner

Die Träumer

Roman
Cover: Die Träumer
Zsolnay Verlag, Wien 2007
ISBN 9783552053267
Gebunden, 251 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Iris hat es geschafft. Mit kulinarischen Kreationen bereichert ihr Catering-Service die High-Society der Großstadt. Doch während ihr die Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur aus der Hand frisst, verliert Robert, Iris' Ehemann, zusehends den Boden unter den Füßen. Als ihr während einer Party die Nachricht von Roberts Tod überbracht wird, beginnt sie die genaueren Umstände zu recherchieren. Rasch stellt sich heraus, dass Robert seit einiger Zeit ein Doppelleben geführt hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.2008

Peter Truschners Roman über den Kulturwissenschaftler Robert, der nach dem Rauswurf aus der Uni die Randzonen der Gesellschaft erkundet und sich um benachteiligte Jugendliche kümmert, wovon seine Gattin, eine Karrierefrau, erst nach seinem Tod erfährt, hat bei Rezensent Oliver Pfohlmann gemischte Gefühle ausgelöst. Sympathisch findet er, dass der Autor in seinem Buch "stets aufs Ganze" geht. Zudem ist er beeindruckt von der Schilderung der Codes und Rituale von Jugendlichen, Alkoholikern, jungen Migranten in den Problembezirken der Großstadt, die jeder Sozialforscher als "Meisterstück nichtteilnehmender Beobachtung" loben würde. Meisterlich scheint ihm zudem die Darstellung einer ominösen Gruppierung, die eine bizarre Mischung aus Sozialarbeit und Wehrsport betreibt. Allerdings wirkt das Buch auf ihn "leicht überambitioniert", sprachlich bemüht und thematisch überladen - neben den katastrophalen Folgen eines kollabierenden Sozialsystems geht es auch um die Konkurrenz zwischen Schrift- und Bildmedien.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.06.2007

Kolja Mensings Kritik ist eindeutig: "überambitioniert". Der Rezensent stellt Truschners neuen Roman in einer Reihe mit Clemens Meyers "Als wir träumten" oder Claudia Klischats "Morgen. Später Abend" - alles Romane die die soziale Realität der ergrauenden Plattenbauten und Hartz IV-Empfänger aufnehmen. Bei Truschner stören ihn eine offensichtlich unmotiviert komplizierte Montage und ein expressionistischer Duktus, der Phänomene von heute mit einer Sprache von gestern erfassen wolle. Die existienzialistische Pointe am Schluss des Romans scheint ihm konsequent - aber nicht überzeugend.
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