Peter Trawny

Aschenplätze

Eine Theorie dieses Subjekts
Cover: Aschenplätze
Matthes und Seitz, Berlin 2025
ISBN 9783751804141
Gebunden, 410 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Das Leben ist unausweichlich mit einem urphilosphischen Auftrag verbunden - mit dem zur Selbsterkenntnis, der auf die Frage abhebt: Wer bin ich? Ihr stellten sich von Augustinus bis Nietzsche seit je die Philosophen, stets im Wissen, dass es nur eine einzige Möglichkeit gibt, eine Antwort darauf zu finden: indem das eigene Leben autobiografisch nachgezeichnet wird, und zwar jenseits aller Illusion und Lüge. Denn zu erfahren, wer man ist, geht über eine bloße Reflexion hinaus. Allein in der Schrift vermag das Ich sich eine Sprache zu geben, "die der Grammatik der Seele gehorcht" und in der alle Widersprüche, Wegmarken, Widerfahrnisse zutage liegen: der vom Stahlabstich rot gefärbte Himmel im gesichtslosen Ruhrpott, die ersten sexuellen Erfahrungen, die langsame Entfremdung von Familie und Klasse, die Beschäftigung mit Heidegger und der Kampf um universitäre Anerkennung. Von den Aschenplätzen seiner Biografie ausgehend, zeichnet Peter Trawny ein Selbstporträt, das die Bruchstellen ausstellt. An ihnen finden Handeln und Denken kaum noch zueinander - dort aber entzündet sich das Licht eines neuen Daseins.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 09.10.2025

Ziemlich begeistert ist Rezensent Jan Drees von diesem Buch, in dem Peter Trawny Autobiografisches mit Philosophischem verbindet. Denn einerseits, beschreibt Drees, geht es hier um Kindheit und Jugend des in einfachen Verhältnissen im Ruhrpott aufgewachsenen Autors, um seine Fußballbegeisterung, um seinen späteren Bildungsweg, sein Liebesleben und so weiter; und andererseits entwirft Trawny eine Philosophiegeschichte des Subjekts, zeichnet gewissermaßen die Subjektwerdung des Subjekts nach, von den alten Griechen bis in die Gegenwart - wobei Heidegger eine besonders wichtige Rolle spiele. Erstaunlich, wie viel in diesem tollen Buch steckt, findet Drees, der Reichtum zeigt sich ihm bereits im Titel, der gleichzeitig auf Sportplätze und Sterblichkeit anspiele.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2025

Mit seiner autobiografischen Selbsterkundung legt Peter Trawny laut Rezensent Wolfgang Matz ein ebenso intelligentes wie eigensinniges Buch vor. Ausgangspunkt ist die Frage: "Warum denkt einer eigentlich, was er denkt?" - und Trawny gibt darauf keine einfache, sondern eine philosophisch tief verschraubte Antwort. Zwischen autobiografischer Erzählung - Ruhrgebietskindheit, Leseerfahrungen, philosophische Prägung - und analytischer Reflexion changierend, führt der Autor durch das Spannungsfeld von gelebtem Leben und theoretischer Selbstbefragung, wie wir erfahren: "Ob ich wirklich mein Leben gelebt haben werde, ist unentscheidbar", heißt es einmal. Der Autor ist dabei "philosophischer Hase und Igel zugleich", stets einen Gedankengang voraus, aber nie frei von Skepsis. Matz lobt das Buch als narzisstisch, melancholisch und brillant - und als inspirierende Einladung, sich selbst philosophisch auf die Spur zu kommen. 

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