Peter Stephan

Friedrich I.

Die Erfindung Preußens.
Cover: Friedrich I.
C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN 9783406836435
Gebunden, 393 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Friedrich I. (1657 - 1713) galt lange als weltfremder Schöngeist, der sich aus Prunksucht 1701 selbst zum König in Preußen erhob. Peter Stephan beschreibt den "schiefen Fritz" demgegenüber als planmäßigen Erfinder des preußischen Staates, der sein Selbst- und Staatsverständnis in Kunst und Architektur seiner Hauptstadt Berlin versinnbildlichte. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2025

Für Rezensent Andreas Kilb sticht diese Biografie Friedrich I. deutlich aus der "Konfektionswaren preußischer Königsviten" heraus. Denn Peter Stephan ist ein ein versierter Kunsthistoriker, beschlagen auf dem Gebiet der barocken Bildrhetorik. Wie Stephan die Kunst- und Bauwerke deutet, die vor allem Andreas Schlüter um 1700 für den ersten Preußenkönig schuf (Zeughaus, Stadtschloss, Reiterstatue), das liest Kilb nicht nur interessiert, sondern fasziniert. Allerdings geht für den Rezensenten die Stärke im Kunsthistorischen einher mit einer Schwäche im Realhistorischen: Über den Zusammenhang von barocker Prachtentfaltung und Friedrichs Griff nach der Königskrone, seine Kriege und diplomatischen Winkelzüge erfährt der Leser so gut wie nichts. Denn für den Rezensenten ist klar, dass Friedrich I. umso mehr prunkte, je unwilliger sich die anderen europäischen Königshäuser zeigten, sein Königtum anzuerkennen. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 28.08.2025

Eine insgesamt starke Neubewertung einer oft wenig beachteten historischen Figur legt Peter Stephan Rezensent Michael Opitz zufolge hier vor. Und zwar schreibt er über Friedrich I., den ersten Preußenkönig, der in der Forschung meist im Schatten anderer preußischer Herrscher, insbesondere Friedrich des Großen steht und im Volksmund aufgrund einer Fehlbildung als "schiefer Fritz" bezeichnet wurde. Stephan ist Architekturtheoretiker und nähert sich dem vernachlässigten Friedrich über die Architektur, genauer gesagt, führt Opitz aus, über die Bauten, die Andreas Schlüter für den König errichten ließ und in denen sich das von Friedrich maßgeblich geprägte Selbstverständnis des neuen Staates Preußen spiegelt. Konkret handelt es sich vor allem, zählt der Rezensent auf, um ein Reiterstandbild, Friedrich-Porträts im Zeughaushof in Berlin, sowie um das Berliner Schloss. Manchmal geht Stephan in seiner materialreichen, anspruchsvollen Studie so sehr ins architektonische Detail, dass, so Opitz, eher Schlüter als Friedrich zur Hauptfigur wird. Dennoch liest der Opitz Stephans Ausführungen mit Gewinn.

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