Peter Krüger

Das unberechenbare Europa

Epochen des Integrationsprozesses vom späten 18. Jahrhundert bis zur Europäischen Union
Cover: Das unberechenbare Europa
W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2006
ISBN 9783170165861
Kartoniert, 390 Seiten, 29,80 EUR

Klappentext

Die Geschichte der Integration Europas in der Moderne kann sich nicht darin erschöpfen, deren letzte, wesentliche Phase nachzuzeichnen, die schrittweise Einigung von der Montanunion bis zur Europäischen Union. Es ist vielmehr angemessen, Integrationsprozesse unter dem Einfluss der gewaltigen Umwälzungen seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert geschichtswissenschaftlich zu erläutern und damit eine historisch umfassendere Betrachtungsweise als üblich zugrunde zu legen. Sie konzentriert sich zum einen auf die Dynamik einer beschleunigten Verflechtung in Europa am Beispiel wichtiger Integrationsfelder seit der Aufklärung. Zum anderen konzentriert sie sich auf die Frage, wie sich bei den nationalstaatlich geprägten Regierungen in Europa das Interesse an engerer Zusammenarbeit und an dauerhaft geregelter Integration durchsetzte. Integration in Europa war kein Prozess stetigen Fortschreitens, sondern wurde oft von Rivalität, Gewalt und Kriegen überlagert. Dennoch wirkten die neuen integrativen Antriebskräfte: moderne Kommunikation; das Bedürfnis nach Sicherheit und stabiler internationaler Ordnung; Recht, Menschenwürde und sich angleichende Prinzipien des nationalen Verfassungsstaates; Wissenschaft, Technik und Industriegesellschaft - und vor allem die Wirtschaft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2006

Peter Krügers "kluges Plädoyer", das den der EU zugrundeliegenden Gedanken und die derzeitigen Entwicklungen des EU-Projekts in Perspektive setzt, hat den Rezensenten Stefan Fröhlich davon überzeugen können, dass Europa durch seine alles ergreifenden technokratischen "Uniformierungs"-Bemühungen genau das einbüßen könnte, worum es dem europäischen Projekt eigentlich geht, nämlich eine "politische Identität". Es drohe die Degradierung zur "Beliebigkeit" und damit zu einer schlichten "Provinz im Reich der Globalisierung" (Zitat Krüger). Eine besonders große Bedrohung sehe Krüger in der jüngsten Forderung nach einer Verantwortlichkeit vor dem Europäischen Parlament. Wie Krüger betone, laufe diese dem Wesen der EU als "Staatenverbund souveräner Staaten" zuwider und könnte das von völkerrechtlichen Verträgen und supranationalen Einrichtungen zusammengehaltene komplexe System sogar endgültig aus dem Gleichgewicht bringen.

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