Mit Fotografien. Nicht zufällig hat man Cassius Clay alias Muhammad Ali als "fünften Beatle" bezeichnet. Zusammen mit den Liverpooler Musikern stellte er sich an die Spitze jener sozialen und kulturellen Umbruchbewegung, die alle westlichen Länder in den Sechzigern erschüttern sollte. Seine Kombination aus Trotz und Witz veränderte den Sound der Zeit. Gleichermaßen eloquent und unverfroren, immer angriffslustig und mit einem schier unerschöpflichen Repertoire an Ausdrucksformen, brachte sich Ali als erster Popstar des Sports auf die internationale Bühne, um dort ethnische, religiöse und politische Tabus leichthändig zu verhandeln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.08.2010
Als "reflektierende Stilisierung" Muhammad Alis bezeichnet Rezensent Hans-Jürgen Linke, was Peter Kemper in seiner Biografie des Boxers betreibe. Kemper erzähle, wie Ali sich selbst inszeniere und damit maßgeblichen Einfluss auf die in den Sechzigern beginnende Popkultur habe. Die Wahl des Untertitels "Leben, Werk, Wirkung" für eine Boxer-Biografie irritiere zwar auf den ersten Blick. Doch leite der Autor den Inhalt konsequent aus diesem Titel ab, so der Rezensent, und begründe unter anderem, warum Ali mit seinem spezifischen Kampfstil ein "Werk" (im zugegebenermaßen übertragenen Sinne) hinterlassen habe. Für Linke jedenfalls ist Kempes bewundernde Verklärung des Boxers nachvollziehbar und im direkten Vergleich mit Alis eigener Selbstdarstellung "höchst unterhaltsam".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2010
Unverkennbar für Rezensent Ernst Horst ist Peter Kemper ein "Fan" von Muhammad Ali. Das geht für Horst in Ordnung, er erwartet in der Suhrkamp-Reihe der "Basisbiografien" nicht in erster Linie kritische Distanz, sondern vor allem verlässliche Fakten. Die bietet ihm der Autor in "erstaunlicher" Fülle. Vielleicht hätte Kemper Alis Vorstöße auf den Plattenmarkt oder die Spottgedichte auf seine Gegner nicht unbedingt sooo begeistert beschreiben müssen. Aber alles in allem ist der Band eine gute Informationsquelle über die wichtigsten Stationen im Leben des Boxers, so der Rezensent.
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