Peter James Bowman

Ein Glücksritter

Die englischen Jahre von Fürst Pückler-Muskau
Cover: Ein Glücksritter
Die Andere Bibliothek, Berlin 2015
ISBN 9783847703648
Gebunden, 300 Seiten, 42,00 EUR

Klappentext

Fürst Pückler (1785-1871) war eine schillernde Figur: er erlangte als Soldat, Entdecker, Lebemann und besonders als einer der bedeutendsten Landschaftsarchitekten und Reiseschriftsteller Deutschlands Berühmtheit. Sein bekanntestes Buch sind die Briefe eines Verstorbenen, eine Schilderung seines Aufenthalts in England von 1826 bis 1828. So beliebt die in unzähligen Auflagen erschienenen Briefe waren und bis heute sind: Sie entwerfen ein unvollständiges und in vieler Hinsicht verzerrtes Bild von Pücklers Englanderlebnissen. So verschweigen sie, dass der Fürst, wie viele andere europäische Aristokraten auch, nach England gereist war, um dort eine reiche Frau zu finden. Auf diese Weise hoffte er, die notwendigen Mittel für das ehrgeizige landschaftsgestalterische Projekt in Muskau zu erlangen, auf dem sich sein Ruf als Parkarchitekt zum Teil gründet. Aus England schrieb Pückler täglich an seine geschiedene Frau Lucie und unterrichtete sie über die Fortschritte seiner Heiratsoffensive. Auf der Grundlage dieser originalen Briefe und anderer Manuskripte im Pückler-Archiv in Branitz sowie zahlreicher britischer Quellen hat Peter James Bowman die komplexe Geschichte von Pücklers Aufenthalt rekonstruiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2015

Mit größtem Vergnügen hat Oliver Jungen Peter James Bowmans auch schön gestaltete Pückler-Biografie "Ein Glücksritter" gelesen. Schon Bowmans gebildeter Stil ringt dem Kritiker Anerkennung ab; nahezu ungläubig folgt er aber dem Leben Pücklers, der sich von seiner liebevoll "Schnucke" genannten älteren Ehefrau scheiden lässt, um in England auf Brautschau nach einer jungen betuchten Frau zu gehen, die mit ihrer Mitgift nicht nur den Erhalt von Schloss Muskau gewährleistet, sondern unter "Schnuckes" duldendem mütterlichen Blick auch die sexuellen Bedürfnisse des dandyhaften Grafen befriedigt. Großartig, wie der Autor die "Her-mit-den-kleinen-Engländerinnen-Geschichte" nur in Andeutungen erzählt und tiefe Einblicke in die High-Society gewährt, lobt der Rezensent, der sich allerdings zur finalen Episode - Pückler bringt sich vom Sklavenmarkt in Kairo schließlich eine zwölfjährige Gespielin mit - ein kritisches Wort gewünscht hätte.

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