Peter Hersche leuchtet alle Lebensbereiche des Barock aus und verknüpft Sozial-, Wirtschafts-, Kultur-, Frömmigkeits- und Mentalitätsgeschichte miteinander. Er bietet die seit langem fehlende Synthese, in die praktisch alle Länder Europas einbezogen sind, insbesondere auch die des meist vernachlässigten Südens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.04.2006
Eine Überblicksdarstellung des katholischen Barockzeitalters in Europa "steht seit Jahrzehnten aus", meint Caroline Schnyder, die deshalb das zweibändige Werk von Peter Hersche mit Freude begrüßt. Der Autor behandelt in drei Hauptabschnitten Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur zwischen 1560 und 1780 und stellt eine durch Adel und Bauerntum bestimmte Epoche vor, fasst die Rezensentin zusammen. Als "verblüffendste" Erkenntnis erscheint Schnyder, dass die Kirche nicht nur als soziale und bildende Institution, sondern auch als wichtige "Kreditgeberin" tätig war. Im Unterschied zu protestantischen Gebieten, in denen Kapital vor allem "planend und produktiv" verwendet wurde, beschreibt Hersche für die katholische Gesellschaft eine Hinwendung zu Kirchenspenden und eine Vorliebe für aufwendige "Festdekorationen", durch die das Kapital dem "produktiven Wirtschaftsfluss entzogen" wurde; in diesem Hang zur "Muße und Verschwendung" sehe der Autor dann auch eine ""eigentümliche Modernität", die sich in der "Freizeit- und Erlebniskultur" von heute spiegele, so die Rezensentin interessiert. Sie ist von dem "prägnanten und anschaulichen" Buch sehr angetan, findet die Ausführungen über "Quellenlage und Forschungslücken" genauso "nützlich" wie die zwischen die Kapitel gestellten Literaturangaben und lobt die "unprätentiöse Sachlichkeit", die die beiden Bände prägen.
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