Aus dem Amerikanischen von Fritz Schneider und Gunter Blank. Peter Biskind setzt die Hollywood-Chronik fort, die er mit seinem Bestseller Easy Riders, Raging Bulls begonnen hat. Ging es dort noch um die großen Autorenfilmer der 1970er Scorsese, Altman, Coppola , so hat sich Biskind nun die Independent-Filme der Neunziger vorgeknöpft. Streifen, die schon heute als Kultklassiker gelten (Pulp Fiction und Sex, Lies and Videotapes, Clerks und Reservoir Dogs) und die Macher, die hinter den Kulissen gewirkt haben: Da sind die Kultregisseure Quentin Tarantino und Steven Soderbergh, da ist Robert Redford, der charismatische, aber enigmatische Altstar, der das Sundance Festival lanciert hat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.09.2005
Christoph Haas hat das neue "Enthüllungsbuch" Biskinds - den Nachfolger von "Easy Riders, Raging Bulls" - mit Interesse gelesen, lobt seinen hohen Unterhaltungswert, vermisst aber eine übergeordnete Sicht auf die Dinge. Es geht um den Siegeszug des amerikanischen Independent-Kinos in den 90er Jahren, mithin um die Gebrüder Weinstein und ihre Firma Miramax, um Robert Redford und sein Sundance Festival, und es klingt, "als berichte von der Schlacht bei Austerlitz nicht ein Militärhistoriker, sondern einer, der damals in vorderster Reihe als Infanterist mit dabei war". Doch leider, so Haas weiter, sind es der Einzelheiten, Anekdoten und Hintergrundinformationen ein wenig zu viel - leider erzählt Biskind unterschiedslos alles, was er bei seinen Recherchen erfahren hat. Fazit: eine "Klatschkanonade", ohne Augenmaß abgefeuert.
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