Schlüsselwörter wie "Bahro", "Biermann" oder Dubcek" findet Thomas Kling zuhauf in Pentti Saarikoskis aus drei Zyklen bestehendem Spätwerk, und bestürzt fragt er: "Wer soll das jetzt lesen?" Die Übertragung des Finnen ins Deutsche geschehe "locker" zwanzig Jahre zu spät, die Gedichte seien nun mal ein "typisches Erzeugnis aus dem leidigen Geist der 70er Jahre". Mit dieser Alltagslyrik kann zumindest der hier rezensierende Dichter nichts mehr anfangen, mit dem Gefühl der "Schlechtdraufität", das damals in beiden Teilen Deutschlands vorherrschte, noch weniger. Vom Altphilologen Saarikoski hätte er sich auch mehr Überzeitlichkeit erwartet, die Ansätze, Antikes ins Werk einzuflechten, bleiben aber zu "raunend-unentschlossen". Und so verharre der Lyriker in seiner "larmoyant wirkenden Selbstinszenierung als finnischer Ovid im Exil".
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