Aus dem Amerikanischen von Friedrich Giese. Die soziale Ungleichheit in den USA ist so groß wie seit 100 Jahren nicht mehr. Krugmans Abrechnung mit der Politik George W. Bushs und seiner Parteifreunde zeigt: Das ist das Werk der neokonservativen Republikaner. Doch nun ist das Ende des republikanischen Extremismus in Sicht. Was folgt?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.02.2008
Der mit dem Kürzel "axg" zeichnende Rezensent hält nichts von diesem Buch des amerikanischen Ökonomen und New-York-Times-Kolumnisten, das er als von "geradezu peinlicher Schlichtheit" abtut, wobei er es bei diesem Verdikt belässt, ohne Krugmans Gedanken nun im Einzelnen zu entkräften oder zu widerlegen. Wie der Rezensent referiert, stellt Krugman "zwei brisante Thesen" auf: Dass die wachsende wirtschaftliche Ungleichheit in den USA nicht einem "anonymen Phänomen" wie der Globalisierung zuzuschreiben sei, sondern der Politik der Republikaner. Und dass sie gewählt werden, obwohl ihre Politik den wirtschaftlichen Interessen der meisten Amerikaner zuwiderlaufe, erkläre Krugman mit einer geschickten Ausnutzung vor allem rassistischer Ressentiments. Der Rezensent schließt seine Kritik mit der Bemerkung, dass er Krugmans Forderung nach stärkeren Gewerkschaften oder einer allgemeinen Krankenversicherung nicht für "liberal" findet, sondern für eine "Anleitung zu wirtschaftlicher Stagnation".
Grandios scheint Robert Misik dieses Buch Paul Krugmans, den er als "brillantesten" Ökonomen und "einflussreichsten" Keynsianer unserer Zeit würdigt. Er schätzt nicht nur den ökonomischen Sachverstand des Autors, sondern auch dessen "schriftstellerischen Witz". Vorliegendes Werk liest Misik als leidenschaftliches Plädoyer für einen neuen "New Deal" für die USA und als Abrechnung mit der Ideologie des Neokonservatismus, der seit den 1970er Jahren das egalitäre Amerika zerstört habe. Darüber hinaus bietet das Buch in seinen Augen eine überaus fesselnde Wirtschaftsgeschichte der USA, die auch verdeutliche, wie "Klassenkampf" heutzutage funktioniert. Überzeugend findet Misik nicht zuletzt die Darlegung Krugmans, egalitärere Gesellschaften seien nicht nur gerechter, sondern auch leistungsfähiger als ungleichere.
Beim Lesen dieser Wirtschafts- und Sozialgeschichte der USA im 20. Jahrhundert, denn darum handelt es sich dem Eindruck von Rezensent Claus Leggewie zufolge bei diesem Buch, hat er oft gestaunt, wie moderat man sein kann, um in den USA schon als Linker verpönt zu sein. Nur in den letzten Kapiteln nämlich sei dieses Buch des liberalen Ökonomen Paul Krugman ein Manifest für einen Politikwechsel. Im Wesentlichen jedoch stimmt der Rezensent Krugmans Abrechnung mit den Neokonservativen zu und kann auch der These einiges abgewinnen, dass die Regierung der Vereinigten Staaten in den Händen einer Gruppe "religiös-reaktionärer egoistischer und inkompetenter Politiker" liegt. Aber auch die sozial- und wirtschaftspolitischen Analysen überzeugen den Rezensenten, der Krugmans fast sozialdemokratisch begründete Überzeugung über die Notwendigkeit eines Linksrucks teilt.
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