Mit Texten von Alexander Klee, Stefan Frey und Wolfgang Kersten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2002
Das sogenannten "Skizzenbuch Bürgi" aus den Jahren 1922 bis 1925 ist ein Unikum im Werk des Schweizer Künstlers Paul Klee: es ist nämlich das "einzige erhaltene Skizzenbuch" und bietet daher ganz singuläre Einblicke in den Schaffensprozess Klees. Was gleich auffällt: kontinuierliche Entwicklung gibt es nicht. Stattdessen findet sich der erste Eintrag auf der letzten Seite, das Buch füllt sich danach stockend, mit Abbrüchen und Pausen. Der Rezensent Wolfgang Kersten konzentriert sich bei seiner ausführlichen Besprechung vor allem auf die Tabelle auf der letzten Seite, die eine Zuordnung von Vokalen und Buchstaben vornimmt. Klee bewege sich hier klar auf den Spuren Rimbauds, meint Kersten, und diese Notizen verweisen auf ein ganz bestimmtes Bild aus dem Jahr 1922: "Das Vokaltuch der Kammersängerin Rosa Silber" - dessen Geschichte verfolgt der Rezensent bis ins Detail nach. Und eines lasse sich am Zusammenhang von Skizzenbuch und Bild auf jeden Fall aufzeigen, so Kersten: die Werkkontinuität, die Klee selbst in der handschriftlichen Registrierung seines Oeuvres zu suggerieren suchte, ist der Fiktion näher als der Entstehungswirklichkeit.
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