Herausgegeben von Wolfgang Kersten, Christof Kübler, Susan Marti und Matthias Wohlgemuth. Mit 136 Abbildungen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.11.2001
Die Geschichte der Wiederentdeckung des Pictor doctus und Originalgenies Füssli schickt Adolf Max Vogt seiner Besprechung voraus. Nur, um sodann zu erklären, dass der Autor des Buches der Mär von Plötzlichkeit und Spontaneität, wie sie der Sturm und Drang verbreitete, eben nicht auf den Leim geht. Vogel wende sich der Theorie und dem Handwerkszeug zu, heißt es bei Vogt, beschreibe "sechs Hauptaspekte der Leidenschaft - von ihrer Sichtbarmachung über den theoretischen Diskurs bis zur künstlerischen Praxis". Ein Vorgehen, das der Rezensent gern auch "als ein Umkreisen und kritisches Unterschreiten" von Edmund Burkes Essay "A Philosophical Enquiry into the Origin of our Ideas of the Sublime and Beautiful" beschreiben würde. So weit so gut. Gut auch, dass der Autor grad noch die Kurve kriegt, wenn es darum geht, Füsslis Malerei vor der Zurückführung auf "Lesbares" zu bewahren. Hierzu entwirft Vogel "eine Parallelachse, die nur über Sichtbares handelt", und erreicht "in der Abfolge der Kapitel ein serpentinenartiges Pendeln zwischen Bildargument und Wortargument".
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