Wir verwalten uns zu Tode Deutschland hat viele Probleme und die meisten haben eine gemeinsame Ursache: die Bürokratie. Ein Dickicht aus gut gemeinten Gesetzen, überflüssigen Detailregeln und antiquierten Verwaltungspraktiken bremst die Entwicklung des Landes und gefährdet sogar die Demokratie. Die Bahn wird immer unpünktlicher, es werden nicht genug Wohnungen gebaut, und deutsche Unternehmen ächzen angesichts überbordender Meldepflichten. Ärzte verbringen täglich drei Stunden mit Papierkram statt mit der intensiven Betreuung und Versorgung ihrer Patienten. Landfrauen dürfen nach 48 Jahren keinen Kuchen mehr verkaufen. Und selbst Bundesminister scheitern an den komplizierten Regeln des Staates. Ein System, das einst Ineffizienz und Korruption verhindern sollte, lähmt nun das ganze Land.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 12.01.2026
So richtig gut funktioniert die Bürokratie hier in Deutschland ja nicht, wie Rezensent Arno Orzessek Patrick Bernaus Buch entnimmt: Mit einem Zitat Peer Steinbrücks, dass er gleich mehrmals zitiert, will Bernau klarmachen, wie unnötig kompliziert zum Beispiel das Zusammenspiel von Sozialleistungen, beteiligter Ämter und nötiger Bescheide ist. Eine Quelle wird hier leider nicht genannt, so Orzessek und nicht nur hier: generell bleiben Überlegungen oft im Anekdotischen, statt sich wirklich damit zu beschäftigen, wieso es den Unterschied zwischen "Schwarzwälder Schinken" und "Schinken Schwarzwälder Art" gibt. Bernau plädiert für Verbesserung durch "Staatsreform", aber der Kritiker ist noch nicht ganz überzeugt, dass das mit diesem Buch gelingt. Das "Bürokratiemonster" wird sich so wohl nicht bezwingen lassen, schließt er.
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