Patricia Clough

Emin Pascha, Herr von Äquatoria

Ein exzentrischer deutscher Arzt und der Wettlauf um Afrika
Cover: Emin Pascha, Herr von Äquatoria
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), 2010
ISBN 9783421043764
Gebunden, 334 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Peter Torberg. "Emin Pascha, Herr von Äquatoria" ist die faszinierende Lebensgeschichte eines deutschen Abenteurers, die eindringlich die Atmosphäre der Kolonialzeit heraufbeschwört. Als Eduard Schnitzer wird Emin Pascha 1840 in Schlesien geboren. Sein Medizinstudium bricht er ab, es zieht ihn in die Welt. Über das Osmanische Reich gelangt er nach Afrika, wo er Verwalter der Provinz Äquatoria wird. Als Äquatoria nach dem Mahdi-Aufstand von der Außenwelt abgeschnitten wird, sorgt sich die europäische Öffentlichkeit um Pascha und schickt gleich zwei Rettungsexpeditionen los. Ein Wettlauf um seine Rettung beginnt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.12.2010

Emin Pascha alias Eduard Schnitzer versteht Ludger Lütkehaus nach dieser Lektüre als regelrecht tragische Figur, als weitsichtigen Integrations- und Assimilationspolitiker der ersten Stunde, der zwar die Kolonialpolitik in Afrika mit vorantrieb, der aber zugleich toleranter war als andere Kolonialherren seiner Zeit und sich damit zwischen alle Stühle setzte. Daran, dass Schnitzers Leben abenteuerlichen Stoff genug bietet für eine Pageturner-Biografie, zweifelt der Rezensent keinen Moment. Vermisst hat er in Patricia Cloughs Version seines Lebens vor dem Hintergrund der Kolonialisierung Afrikas allerdings die analytische Schärfe eines Winstons Chruchill ("The River War"). Einfühlsam und offen für Schnitzers "Antihelden"-Status, wie sie ist, gefällt ihm diese Biografie dennoch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2010

Rezensent Andreas Eckert findet nur mäßig aufregend, was die Autorin Patricia Clough auf den Spuren eines exzentrischen deutschen Arztes im kolonialen Verteilungskampf um Afrika an Mehrwert generiert. Die Ankündigung des Verlages, dass Clough ihren Lesern "einen neuen Zugang zur deutschen Kolonialgeschichte" ermöglicht, findet Eckert in keiner Weise eingelöst. Die Autorin bewegt sich seiner Einschätzung nach auf von der Geschichtsschreibung "bereits gut durchgepflügtem Terrain", die Erzählung basiert größtenteils "auf zeitgenössischen Berichten und Memoiren". Ihre Aufbereitung sei zwar bisweilen "spannend erzählt", viel Erkenntnisgewinn steckt nach Eckerts Meinung aber nicht in dem Buch.
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