Eva ist in der Bibel die erste Menschenfrau. Der Titel "Mutter alles Lebendigen", den sie erhält, passt aber besser zu einer Göttin. Nicht nur hier, auch bei den bildlichen Darstellungen ist die Grenze zwischen Frau und Göttin oft unscharf. Das reich und farbig illustrierte Buch präsentiert erstmals alle im Alten Orient und besonders in Palästina/Israel in biblischer Zeit verbreiteten göttlichen Frauentypen, die bald als Mütter alles Lebendigen Pflanzen, Tiere und Menschen hervorbringen, bald als jungfräuliche kämpferische Patroninnen der Kultur auftreten, in beiden Fällen aber fast immer stark erotische Züge aufweisen. Im Laufe des 1. Jahrtausend v. Chr. tritt die stillende, mütterlich um ihr Kind besorgte Göttin in Gestalt der ägyptischen Isis in den Vordergrund. Als christliche Madonna mit Kind beherrscht diese Vorstellung bis zur Reformation die Szene. Das Buch präsentiert die Entwicklung vom Neolithikum bis in die spätrömische Zeit anhand prächtiger Abbildungen von Steinskulpturen, Malereien, Terrakotten, Bronzen, Elfenbeinen, Rollsiegeln, Skarabäen und Münzen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.04.2005
Einen wichtigen Beitrag zur Erkundung früher Religionen sieht Rezensentin Cornelia Isler-Kerenyi in diesem Katalog, der mehr als zweihundert Frauen- und Göttinnenfiguren der Sammlung "Bibel und Orient" der Universität Fribourg versammelt. Während weibliche Figuren in der Archäologie etwas hilflos gern unter dem Stichwort "Fruchtbarkeit" subsumiert werden, versuche diese Publikation zu differenzieren, indem sie sich bemühe, den Kontext der Objekte zu rekonstruieren, lobt die Rezensentin. In dem Buch werden die Stücke "schön präsentiert" und die Forschungsliteratur weitläufig erschlossen, so die Rezensentin anerkennend, die betont, wie wichtig es ist, "adäquate" Fragen an die Objekte heranzutragen wie es dieser Katalog tut, damit sie als "Zeugnisse antiker Religionen" verständlich werden.
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