Herausgegeben im Auftrag des Deutschen Werkbundes Berlin von Andreas Butter und Ulrich Hartung. Mit 23 farbigen und 164 s/w Abbildungen. In den Jahren zwischen 1945 und 1965 sollte in beiden Teilen Berlins eine neue Lebensqualität geschaffen werden. Ausdruck dieses Bestrebens war eine Architektur, die - besonders im Ostteil der Stadt - in ihrer Vielfalt den meisten noch wenig vertraut ist. In ihrem Buch lenken Andreas Butter und Ulrich Hartung den Blick auf eine ostdeutsche Architektur, die sich fernab von Monotonie und sozialistischem Pathos experimentierfreudig und auch durchaus an westlicher Baukultur orientiert zeigt, ohne einen eigenen Charakter zu verleugnen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.05.2004
Sehr erfreut zeigt sich Rezensent Jens Bisky über diesen "informativen" und "üppig bebilderten" Band, in dem Andreas Butter und Ulrich Hartung die "ostmoderne" Architektur Berlins der Jahre 1945 bis 1965 preisen. Und das zu Recht, findet Bisky, schließlich können die "Wohnzelle Friedrichshain" mit den Bauten im "Zuckerbäckerstil" entlang der damaligen Stalinallee, dem "Restaurant Moskau", dem Kino "International" und der "Mokka-Milch-Eisbar", das Freibad Pankow oder das Parkcafe am Weinberg mit der Architektur der westlichen Nachkriegsmoderne locker mithalten: eine "bezaubernd lichte, in den Formen einfache, auf Gemeinschaft und Funktionalität ausgerichtete, oft hinreißend proportionierte Architektur" kann man in dem Band entdecken, schwärmt Bisky. Manchmal allerdings schießen die Autoren bei ihrem Unterfangen, die Nachkriegsbauten Ostberlins insgesamt gegen Vorurteile verteidigen, für Biskys Geschmack ein wenig über das Ziel hinaus: "Auf einiges Pathos im Text hätte der Leser gern verzichtet", so der Rezensent, "und lieber mehr über die Bauwerke und deren Geschichte erfahren."
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