Vom Abriss bedroht, als Ikonen des Brutalismus gefeiert: Der Mäusebunker von Gerd und Magdalena Hänska und das Hygieneinstitut von Hermann Fehling und Daniel Gogel in Berlin-Steglitz bilden ein einmaliges Ensemble von Solisten. Die unterschiedliche Architekturauffassung, die den beiden gegenüberstehenden Bauten zugrunde liegt, die intensive Debatte um den Erhalt und die Weiternutzung der Gebäude, um ihren wirtschaftlichen und kulturellen Wert sind Themen dieses Buchs. Anhand historischer Planmaterialien sowie aktueller künstlerischer Arbeiten werden besonders jene Fragen erörtert, die diese Betonstrukturen in ihrer gestalterischen Konsequenz und Kraft heute stellen. Die Fotografien von Kay Fingerle enthüllen das Innere der für die Öffentlichkeit schwer zugänglichen Bauten.
Insbesondere Brutalismusfans werden mit diesem Buch, viel Freude haben, glaubt Rezensent Andreas Hartmann. Der Autor Ludwig Heimbach ist Architekt und hatte sich, erfahren wir, schon früh für den Erhalt des sogenannten Mäusebunkers eingesetzt, wie ein in Ost-Berlin errichteter Betonklotz bezeichnet wird. Diesem Gebäude sowie dem Hygieneinstitut, einem weiteren Brutalismus-Monument, widmet Heimbach dieses detailreiche, mit viel Bildmaterial versehene Buch, das sich sowohl baugeschichtlichen Themen widmet, als auch den Kampf um den Erhalt des Mäusebunkers dokumentiert. Wer sich für diese architekturhistorische Epoche interessiert, für den ist dieses Buch ein gefundenes Fressen, versichert Hartmann.
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