Durch den entschlossenen Unternehmergeist sowie die oft durchaus schöpferische Tatkraft von Bauherren gelangen architektonische Ideengebäude überhaupt erst zur baulichen Realisierung.
Vor diesem Hintergrund widmet sich das Buch dem facettenreichen Wirken von sechs ausgewählten Bauunternehmern, die tätig waren, als Berlin mit Vehemenz zur Weltstadt gedieh. Die kompakten Abhandlungen zu Leben und Werk suchen hierbei nicht zuletzt deren weitreichenden, aber weithin unbekannten Einfluss auf die Entwicklung der Stadtgestalt und Architektur Berlins anschaulich zu machen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2018
Rezensent Michael Mönninger lernt in diesem Prachtband des Architekturhistorikers Wolfgang Schäche die Verdienste wilhelminischer Bauherren für das moderne Berlin kennen. Anhand von sechs ausgesuchten Porträts können ihm Schäche und seine Co-Autoren Daniel Ralf Schmitz und David Pessier verdeutlichen, dass Berlin der Profitorientierung jener Bauherren viele seiner heute noch begehrten Großstadtlagen verdankt. Der Kritiker begegnet hier etwa dem Zimmermeister Carl August Heinrich Sommer, der 1842 die Hälfte der Platzkanten am Pariser Platz zusammenkaufte, dem Baupionier Johann Anton Wilhelm von Carstenn-Lichterfelde, der den Berliner Südwesten in ein grünes "Wohnparadies" verwandelte oder Georg Haberland, der in Charlottenburg, Wilmersdorf, Schöneberg und Tempelhof riesige Mietskasernen bauen ließ. Das Verschweigen der Vorarbeiten von Bauforschern wie Christoph Bernhardt oder Ludovica Scarpa und den Mangel an Archivquellen findet Mönninger indes bedauerlich.
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