Sohei Toge hat nur ein Ziel: Rache für den Mord an seinem Bruder. Auf der Suche nach den Dokumenten, die dem Opfer zum Verhängnis wurden, wird der Journalist Toge vom deutschen und japanischen Geheimdienst gejagt. In Kobe nimmt er Kontakt zur japanischen Widerstandsbewegung auf und erhält unerwartet Hilfe von der japanischen Diplomatengattin Kaufmann. Auch Kommissar Nigawa beginnt Sohei Toge zu glauben - doch die Gestapo bleibt ihm dicht auf den Fersen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.06.2006
Rezensent Christian Gasser hat die ersten drei Bände des insgesamt 1300 seitigen Manga-Romans des legendären Osamu Tezuka über einen Kriminalfall im Berlin des Olympia-Jahrs 1936 offensichtlich verschlungen. Der Mord am Bruder eines Marathon-Läufers ist nur der Auslöser für diesen Thriller über Nazizeit, Krieg und Nachkriegszeit, der aus Sicht des Rezensenten durch "verwirrende Komplexität" besticht, und in dem es nicht nur um Nazi-Deutschland, sondern ewige Themen von Freundschaft bis Tod geht. Also um Themen, die nicht nur den deutschen Faschismus, sondern Grundwerte japanischer Kultur behandeln. Das Buch richte sich an Erwachsene, konstatiert Gasser, wobei Tezuka die Ernsthaftigkeit seines Unternehmens noch mit historischen Zeittafeln unterstrichen hat. Bei aller Begeisterung hat Gasser jedoch auch manches zu bemängeln. Zum Beispiel zu stark nach Klischees genormte Bösewichter und gelegentliche Ungereimtheiten im Plot. Insgesamt überzeugt ihn das Mammutwerk aber durchaus.
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