Herausgegeben von Karl Wilhelm Fricke, Peter Steinbach und Johannes Tuchel. Ein Jahrzehnt nach der friedlichen Revolution des Herbstes 1989 in der DDR droht die Erinnerung an jene Menschen in Vergessenheit zu geraten, die sich der SED-Diktatur verweigerten und ihr widerstanden. Erstmals zeigen 55 Lebensbilder das breite weltanschauliche und politische Spektrum jener Persönlichkeiten, die sich zwischen 1945 und 1949 gegen die sowjetische Besatzungsmacht wandten und ab 1949 die Politik der SED bekämpften. Engagierte Demokraten wie Hans-Joachim Näher oder Erwin Köhler und seine Frau Charlotte verloren dabei ihr Leben, oppositionelle Sozialisten wie Robert Havemann oder Wolfgang Harich wurden über Jahrzehnte hinweg vom Ministerium für Staatssicherheit verfolgt. Um die Bedeutung und die Pluralität von Opposition und Widerstand in der DDR zu zeigen, werden unterschiedlichste biografische Beispiele vorgestellt..
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.11.2002
Dieses Buch mit 56 kurzen Porträts über Menschen, die in der frühen Zeit der DDR gegen die Errichtung und Präsenz der sozialistischen Diktatur Widerstand leisteten und dafür ins Gefängis oder Lager kamen oder zum Tode verurteilt wurden, ist für Rainer Hoffmann vor allem ein "Buch gegen das Vergessen". Da aber an diesem Band sehr viele Autoren mitgeschrieben haben, sind die einzelnen "politischen Lebensbilder" insgesamt in Stil und Länge sehr unterschiedlich ausgefallen, lässt der Rezensent einen Hauch der Kritik vernehmen, freut sich aber grundsätzlich über dieses Projekt. Dem Band, der Oppositionelle, Dissidenten und Widerständler bis etwa 1970 porträtiert, soll ein Weiterer folgen, der die Honecker-Jahre mit einschließt, informiert Hoffmann.
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