Aus dem Englischen von Michael Bayer und Werner Roller. Omar Nasiri hat ein komplexes Doppelleben geführt: Aufgewachsen im Umfeld islamistischer Extremisten erhält er von Geheimdiensten Mitte der neunziger Jahre den Auftrag, nach Afghanistan zu gehen. Er soll dort die Trainingslager der Dschihadisten auskundschaften. Er lässt sich zum Terroristen ausbilden und kehrt zurück in die aufkeimende Islamistenszene in London.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2007
Angetan zeigt sich Wilfried von Bredow von Omar Nasiris Buch über seine Spionagetätigkeit bei al-Qaida. Besonders die Berichte über seine Schulung als Terrorist in einem afghanischen Ausbildungslager in den frühen neunziger Jahren und seine Tätigkeit in fundamentalistischen Kreisen in London als Informant des französischen und zugleich des britischen Geheimdienstes haben ihn beeindruckt. Gleichwohl hegt er Zweifel an der Authentizität des Berichts. Schließlich liest sich das Buch für ihn wie ein "fesselnder Schelmenroman". So hat er zunehmend den Eindruck, bei dem Buch handle es sich um ein "Konstrukt", eine "handwerklich eindrucksvolle Synthese" von zahlreichen Erkenntnissen über den Alltag der Mudschahedin, ihre Ausbildung und Denkweise. Durch die biografische Bündelung gewinnt der Stoff für Bredow hohe Anschaulichkeit. Besonders instruktiv findet er die Beobachtungen über die politischen Differenzen im Islam. Insgesamt scheint Bredow das Buch "lehrreich" und "spannend", auch wenn es sich vielleicht nur um eine fiktive Biografie handelt.
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