Omar El Akkad

American War

Roman
Cover: American War
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2017
ISBN 9783103973198
Gebunden, 448 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié. Was wird sein, wenn die erschütternde Realität der Gegenwart - Drohnenangriffe, Folter, Selbstmordattentate und die Folgen von Umweltkatastrophen - mit aller Gewalt in die USA zurückkehrt? Vor diesem Hintergrund entfaltet Omar El Akkad den dramatischen Kampf der jungen Sarat Chestnut, die beschließt, mit allen Mitteln für das Überleben zu kämpfen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.09.2017

Rezensent Maik Söhler findet den Hype um den Debütroman von Omar El Akkad absolut nicht gerechtfertigt. Das Buch scheint ihm weder eine Dystopie noch hellsichtig zu sein, wie von einigen US-Rezensenten begeistert behauptet worden sei. Stattdessen habe der Autor sich mit seinem Thema und der Zukunftsperspektive ins Jahr 2075 und weiter mächtig übernommen. Steife Journalistenschreibe, eindimensionale Figuren und eine pamphletartige Handlung prägen den Text, der die Abscheidung des amerikanischen Südens und einen neuen Nord-Südstaaten-Krieg behandelt, schimpft Söhler.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.09.2017

Der gebürtige Ägypter Omar El Akkad, in Katar aufgewachsen, später mit seinen Eltern nach Toronto gezogen, hat eine kluge Idee wenig zufrieden stellend umgesetzt, resümiert Rezensentin Sylvia Staude. In seinem Debütroman erzählt er von einer Welt, in der sich die Verhältnisse von heute umgekehrt haben: Die USA haben ihren Einfluss im Jahr 2075 weitgehend verloren, Bürgerkrieg und Klimawandel verheeren das Land, während China, Mexico und vor allem der Norden Afrikas, zum Großreich Bouazizi vereint, die Kontrolle übernommen haben. Die im höchsten Maße beunruhigende Logik von El Akkads Dystopie lässt sich nicht leugnen, muss Staude sich eingestehen, und das ist die Stärke dieses Romans, der, wäre er von einem erfahreneren und literarisch ambitionierterem Autor geschrieben worden, wahrlich bedeutsam hätte werden können. Leider bleiben die Dialoge jedoch starr und die Figuren kalt und leblos, so die unberührte Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.07.2017

Rezensent Thomas Steinfeld kann die Begeisterung für den Debütroman des Journalisten Omar El Akkads beim besten Willen nicht verstehen. Die literarische Unbeholfenheit des Autors erinnert ihn ans Boulevardtheater, wo die Figuren die Handlung erklären, als wäre der Betrachter begriffsstutzig. Dazu bedienen sie sich einer Sprache, die Steinfeld noch nie gehört hat. Die Protagonistin, laut Steinfeld eine Mischung aus Lara Croft und Calamity Jane, eine Kampfmaschine, bleibt ohne Substanz und ohne Entwicklung, meint er. Das dystopische Setting der von Sezessionskriegen und Dürren heruntergewirtschafteten USA findet Steinfeld ebenso wenig glaubwürdig wie den Erzähler, einen postapokalyptischen Historiker alter Schule.
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