Ein Besuch im Museum? Das wird bestimmt langweilig, denkt Mia, und betrachtet ein großes Bild, das blau ist, einfach nur blau, bis ihr ganz schwindelig ist. "Wozu macht man Bilder, auf denen man nichts erkennen kann?", fragt sie ihre Schwester. Und: "Was ist eigentlich Kunst?" Genau in diesem Augenblick läuft ein Hase an ihr vorbei. Sucht nach einem Joseph, lamentiert darüber, dass die Kunst eine Menge Arbeit macht, und verschwindet eilig in einem Hasenbau. Vielleicht kann der mir sagen, was Kunst ist, denkt Mia. Neugierig stürzt sie dem Hasen nach und landet wie einst schon Alice im Wunderland plötzlich und unerwartet in einem großen fabelhaften Abenteuer.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.03.2004
Auch wenn die Kunst und das Bilderbuch auf den ersten Blick wie füreinander geschaffen scheinen, gelingt die Verbindung relativ selten, vertritt Christine Jenny die Meinung. Häufig könnten sich die Autoren nicht zwischen Erzählung und Information entscheiden. Das Buch "Mia im Museum" blickt die Leser zunächst voller Schalk an, eine kecke Herausforderung, sich Mias Rundgang durch das Frankfurter Museum für Moderne Kunst anzuschließen, meint Jenny. Der Autor und Illustrator Oliver Menniges orientiere sich bei seinem Rundgang, bei dem der Hausmeister und ein Hase eine besondere Rolle spielten, an Lewis Carrolls "Alice im Wunderland". So erlebe und erfahre Mia allerlei merkwürdige Dinge und lerne viel über Kunst. Auf die Frage "Was ist nun eigentlich Kunst?" mit "Verlass dich nur auf den Gefühl" zu antworten, empfindet Jenny allerdings als vereinfachend. Die zahlreichen Verweise auf reale Kunstwerke hingegen verkomplizierten den Sachverhalt und machten es den jungen Lesern auch nicht gerade leichter, den Zusammenhang der Erzählung zu begreifen, schließt Jenny nicht ganz zufrieden mit diesem Kunstbuch für Kinder.
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