Wer heute den Mount Everest, den höchsten Berg der Erde, besteigen möchte, braucht dafür weder besondere Kenntnisse noch eine erausragende Kondition. Ein voller Geldbeutel und die Bereitschaft, "über Leichen zu gehen", genügen. Der für die Einheimischen heiligeBerg ist zu einem Ort für einen pervertierten Massentourismus der Luxusklasse geworden. Mit fatalen Folgen für die Bewohner, die Bergsteiger und die Natur. Oliver Schulz beschreibt in seinem Buch die Entwicklung des Everest vom kolonialen Forschungsobjekt zum begehrten Tourismusziel. Welche Folgen hat diese Entwicklung für die Menschen, die im Himalaja leben? Was bedeutet sie für diejenigen, die aus falsch verstandenem Ehrgeiz auf 8849 Meter Höhe geschleppt werden? Schulz erzählt vom Traum und Albtraum am höchsten Berg der Erde, vom Geschäft mit dem Höhenwahn, der beispielhaft für den Irrsinn des gesamten internationalen Alpinismus steht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2022
Oliver Schulz geht in seinem Buch etwas zu negativ an das Phänomen Mount Everest heran, findet Rezensent Bernd Stiegle. Ja, der Massentourismus könne kritisch gesehen werden, weiß auch Stiegle, und Schulz liefere einen informierten Überblick über "Geschichte und Gegenwart" des Berges mitsamt ihren Fehlentwicklungen und mangelnden Lösungsansätzen (- so informiert, dass der Kritiker gerne noch in einer Bibliografie gestöbert hätte, die leider fehlt). Wie der Autor aber aller Bergsteiger über einen Kamm schert und als oft unfähige, "ehrgeizige Egozentriker" abtut, wird der Faszination, die der Mount Everest für Vollblutsportler auslöse, nicht gerecht, meint Steinle. Gewünscht hätte er sich neben einer Beleuchtung dieses Aspekts außerdem mehr eigene Erfahrungen des Autors wie die einer Reise in die Khumbu-Region.
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