Aus dem Amerikanischen von Hainer Kober. Hat ein Regenwurm Empfindungen? Wie viele Nervenzellen hat eine Qualle, und wozu dienen sie ihr? Was kann man aus der Beobachtung von Menschen lernen, die an Migräne leiden? Und was passiert in unserem Gehirn, wenn wir uns falsch erinnern?
Diese und viele andere Fragen behandelt Oliver Sacks in seinem neuen Buch.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.11.2017
Rezensent Volker Bernhard ist glücklich, dass Oliver Sacks' Mitarbeiter dieses letzte Buchprojekt des Neurologen und Schriftstellers fertig gestellt haben. Wissenschaftliche Tiefenbohrung ist Sacks' Sache nie gewesen, weiß der Kritiker, der hier jedoch noch einmal von dem leichthändigen, gelegentlich "verspielten" und literarischen Erzählton des Autors in den Bann geschlagen wird. Bernhard liest hier neben einer radikalen Auseinandersetzung mit dem kranken Selbst vor allem eine sehr persönliche Lebens- und Schaffensbilanz, in der Sacks mit geradezu "kindlicher Begeisterung" erzähle, wie in Darwin, Freud oder William James verzauberten, aber auch noch einmal verschiedene Fälle beleuchtet. Gelegentliche "Unschärfen" verzeiht der Rezensent dem Überschwang dieses Buches gern.
Rezensentin Wiebke Hollersen freut sich über dieses letzte Buch des Neurologen Oliver Sacks, in dem sie die erstaunlich präzisen und "dichten" Essays liest, die Sacks noch vor seinem Tod schrieb. Neben ein paar der Fallgeschichten, die Sacks berühmt machten, liest die Kritikerin hier vergnügt nach, wie der Autor mit Darwin die Begeisterung für das Sammeln von Orchideen teilte, erlebt bewegt, wie er sich an die Magnolienbäume im Garten seiner Mutter erinnert und bewundert, wie Sacks dem altersbedingten Nachlassen seines Hörvermögens mit "Augenblickserfindungen" in einem kleinen roten Notizbuch entgegentrat: Statt "grocery bag", Einkaufstüte, verstand er einmal etwa "poetry bag", eine "Tüte Poesie", erfährt die amüsierte Rezensentin hier.
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