Als neuer Alexander, Athleta Christi und Held der italienischen Renaissance ging Georg Kastriota (1405-1468), genannt Skanderbeg, in die Geschichte Südosteuropas ein. Ein Vierteljahrhundert lang führte er im albanischen Hochland mit Bauern- und Hirtenkriegern erfolgreich den Widerstand gegen die osmanischen Sultane. Bereits zu Lebzeiten genoss er einen ungewöhnlichen Ruhm als Freiheitskämpfer. Skanderbegs Taten fanden auch nach seinem Tod ein starkes Echo in der europäischen Öffentlichkeit. Von allen Völkern Südosteuropas wurde er als nationaler Held beansprucht, und heute noch weckt die Erinnerung an ihn heftige Gefühle auf dem Balkan.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2010
Wäre dem Buch ein straffendes Lektorat vergönnt gewesen, Rezensent Michael Martens wäre rundum glücklich geworden mit dieser alles übertreffenden akribischen Biografie zu Skanderbeg-Superstar, Rebell, Kämpfer gegen das Osmanische Reich, Symbolgestalt und albanischer Nationalheld. Die Archive jedenfalls, so beteuert Martens, hat Oliver Jens Schmitt leergelesen und den dankbaren Stoff, den mythischen Raum des spätmittelalterlichen Balkans, für den Leser aufbereitet. Und das, obgleich die Quellenlage ziemlich dürftig ist, wie wir erfahren. Für Martens alles in allem ein beeindruckendes Buch über eine historische Gestalt, an der so manches Missverständnis haftet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.02.2010
Ekkehard Kraft hat ausschließlich Lobendes über Oliver Jens Schmitts Biografie des albanischen Fürsten Georg Kastriota, bekannt unter dem Namen Skanderbeg, zu sagen. Skanderbeg war mit seinen Brüdern Anfang des 15. Jahrhunderts als Unterpfand von seinem Vater an den Hof des Sultans Murad II. abgegeben worden, später kehrte Skanderbeg nach Albanien zurück um gegen die osmanische Herrschaft zu kämpfen, teilt der Rezensent mit. Skanderbeg ist im 20. Jahrhundert insbesondere unter Enver Hoxha als nationale Kultfigur stark vereinnahmt worden, weiß Kraft, weshalb er Schmitts Bemühen, die historische Figur in ihrem sozio-historischen Kontext wieder herauszuarbeiten, sehr zu schätzen weiß. Der Autor konnte neu zugänglich gemachte Quellen nutzen, kennt sich in der "einschlägigen Sekundärliteratur" bestens aus und ist auch mit der geografischen Gegend, in der sich Skanderbegs Kämpfe mit der osmanischen Armee abspielten, vertraut, preist der Rezensent. Damit gewinne nicht nur die Figur Skanderbegs Plastizität, es zeichne sich im Kampf gegen die Türken, den der albanische Fürst letztlich verlor, auch eine "Zeitenwende in Südosteuropa" ab, so Kraft, der die Lebensbeschreibung auch sprachlich sehr ansprechend findet.
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