Zweite erweiterte und aktualisierte Auflage. Mit einem Beitrag von Martin Prochazka. Mit diesem Band legen die beiden Autoren - der eine Wissenschafter mit langer Erfahrung in der Region, der andere engagierter Krisenmanager am Balkan - eine konzise Analyse des serbisch-albanischen Konfliktes um Kosovo/a vor. Ausgangspunkt ist ein Überblick zur Konfliktgeschichte des 20. Jahrhunderts, der neben der politischen Chronologie soziale und ökonomische Faktoren mit berücksichtigt. Im Zentrum der Darstellung steht jedoch die Politik der Internationalen Gemeinschaft, stehen Ursachen und Hintergründe, die zum Scheitern der diplomatischen Bemühungen um eine friedliche Lösung geführt haben. Der Beitrag von Martin Prochazka, einem profunden Kenner der jüngsten politischen Geschichte der Region, führt den Leser in die unmittelbare Gegenwart und beschäftigt sich mit den Folgen des letzten Krieges in Ex-Jugoslawien für den langwierigen und mühsamen Aufbau demokratischer Strukturen im UNO-Protektorat Kosovo/a. Ergänzt wird der Band durch die persönlichen Reflexionen von Wolfgang Petritsch über das internationale Konfliktmanagement in der Krisenregion. In der vorliegenden aktualisierten 2. Auflage präsentieren Petritsch und Pichler eine Darstellung und Analyse des von der Internationalen Gemeinschaft entwickelten Verhandlungsrahmens zur Klärung des völkerrechtlichen Status Kosovos.
Durchwachsen findet Rüdiger Rossig diesen Band über den Kosovo-Konflikt, den Wolfgang Petritsch und Robert Pichler vorgelegt haben. Interesse verdient das Werk seines Erachtens vor allem wegen Petritschs Background: der heutige österreichische UN-Botschafter war Wiens Vertreter in Belgrad, EU-Chefdiplomat in den Kosovo-Friedensgesprächen und Hoher Repräsentant der internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina. Auch die zahlreichen Originaldokumente aus Petritschs Archiv wertet Rossig als Pluspunkt. Dennoch kann er das Buch dem Normalleser, der sich "nur" einen Überblick über den Kosovo-Konflikt verschaffen will, nicht unbedingt empfehlen. Schließlich erscheint ihm das Werk reichlich ungeordnet und bisweilen konzeptlos. Am meisten ärgert ihn, dass der Spitzendiplomat Petritsch mit eigenen Einschätzungen und Meinungen auffallend geizt. Dabei interessieren diese Rossig ganz besonders. Ausdrücklich lobt er demgegenüber Martin Prochazka für seine überzeugende Darstellung der Ereignisse rund um den Kosovo-Konflikt.
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