Olga Flor
Ein kurzes Buch zum fröhlichen Untergang
Roman

Jung und Jung Verlag, Salzburg 2025
ISBN 9783990274187
Gebunden, 160 Seiten, 20,00 EUR
ISBN 9783990274187
Gebunden, 160 Seiten, 20,00 EUR
Klappentext
Da ist die Erdachse doch plötzlich gekippt. Geschunden von der Gier der Menschen, ist der Planet in Schieflage geraten und rollt nun unschön vor sich hin. An den Stränden, an denen man einst versonnen spazierte, findet man heute die "Bremsspuren einer an die Wand gefahrenen Zivilisation" im Sand. Armanda weiß, es ist Zeit, sich auf den Weg zu machen, das Notwendigste in einen Rucksack zu packen. Rastlos folgt sie den gerade noch bewohnbaren Zonen um die Erde. Sie ist auf der Suche nach ihrer Tochter, von der sie rätselhafte Nachrichten erhält. Ist Nora in Gefahr? Die Aussicht auf ein Wiedersehen lässt Armanda allen Widrigkeiten zum Trotz durchhalten, in einer Welt, in der Hoffnungsschimmer sich meist als Fata Morgana entpuppen.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.05.2025
Frischen Wind ins Genre der ökologischen Doomsday-Literatur bringt Olga Flor laut Rezensent Samuel Hamen mit diesem Buch. Hauptfigur des Romans, ist Armanda, die sich in einer Welt, in der nicht einmal mehr auf Tag und Nacht Verlass ist, nachdem die Erdachse aufgrund von Umweltzerstörungen aus den Fugen geraten ist, auf die Suche nach ihrer Tochter Nora macht. Ist die flapsige Art und Weise, in der Flor über die kaputte Erde schreibt, zynisch? Nein, keineswegs, lautet Hamens Antwort, vielmehr ist es unbedingt positiv zu bewerten, wenn Flor dem oft allzu pathetischen Nature Writing hier mit Leichtigkeit und dem Lachen der Verzweiflung begegnet. Denn, findet Hamen, die ökologische Krise ist auch eine Herausforderung für die Ästhetik und Flor nimmt diese Herausforderung in diesem auch feministische Motive aufgreifenden Roman an. Besonders das etwas ernsthaftere Ende des starken Buches macht dem Rezensenten klar, dass es hier letztlich um Lebensbejahung geht und darum, sich Luft zum Atmen erkämpfen.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 19.04.2025
Die Idee von Olga Flor, eine apokalyptische Geschichte der Welt zu erzählen, die wegen des Klimawandels aus ihrer Umlaufbahn fliegt, findet Rezensentin Gisa Funck ja eigentlich ganz gut, leider rutscht die Wiener Autorin aber zu sehr in den "fröhlichen Zynismus." Die Protagonistin Armanda begibt sich in diesen auf die Suche nach ihrer Tochter, die in einem Forschungslabor arbeitet - diese "postapokalyptische Mutter-Odyssee" verträgt sich aber nicht allzu gut mit dem Zynismus, findet die Kritikerin. Funck stößt dieser bisweilen sauer auf, etwa wenn der Mensch als "gescheitertes Experiment" bezeichnet wird - das überlagert ihr zufolge die eigentlich interessanten Gedanken, die sich Flor zu Überlebensstrategien zwischen Atlantis-Rettungsinseln und Kooperation mit dem Nichtmenschlichen gemacht hat.
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