Philipp Simon
Natur
Ein Science-Fiction Roman

Korbinian Verlag, Berlin 2024
ISBN 9783982460277
Gebunden, 133 Seiten, 20,00 EUR
ISBN 9783982460277
Gebunden, 133 Seiten, 20,00 EUR
Klappentext
In einer denkbaren Gegenwart der Erde sind die Ökosysteme gänzlich kollabiert. Doch fern ab vom Überlebenskampf, tief verschanzt im kasachischen Altaigebirge, arbeitet eine Wissenschaftsgemeinschaft an "Serving Intelligent Consciousness" - einer Intelligenz, die das Überleben der Zivilisation und des kollektiven Wissens der Menschheit sicherstellen soll. Als die Neurosystematikerin Galsberg ihre Position am Institut antritt, ahnt sie den Beginn einer unkontrollierbaren Bedrohung und versucht, gegen die kultähnlichen Verhältnisse im Institut anzutreten. Zwei Jahrhunderte später ist SIC eine voll ausgereifte Tatsache, die ihre Ursprünge selbst verwaschen hat. Solange Nadija denken kann, ist es schlicht Natur. Erst als sich Risse in der gewohnten Ordnung zeigen, eröffnet sich ihr ein Weg, der wahren Geschichte SICs nachzugehen.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 07.11.2024
Als Science top, als Fiction nun ja: So urteilt Rezensent Kais Harrabi über Philipp Simons Buch. In dem wird zuerst in einer Forschungseinrichtung eine neuartige KI entwickelt, die erfolgreich die Erde vor dem Ökodesaster rettet - und dann 150 Jahre später für Friede auf Erden zu sorgen scheint. Allerdings tauchen dann, wie die Hauptfigur des Buches namens Nadja feststellen muss, doch Probleme auf, und schließlich schlägt die Utopie in Gewalt um. Tatsächlich geht es in dem Buch laut Harrabi weniger um KI als um das Verhältnis des Menschen zur Natur. Alles schön und gut, findet der Kritiker, die theoretischen Spekulationen, die Simon hier ausbreitet, haben Hand und Fuß, die Geschichte, in die er sie verpackt, bleibt Harrabi zufolge freilich in altbekannten Klischees stecken wie dem einer scheinbar perfekten Gemeinschaft, die ein düsteres Geheimnis verbirgt. Zur Lektüre empfiehlt Harrabi das Buch dennoch, allerdings ausschließlich aufgrund der Ideen, die hier ausgebreitet werden.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 06.11.2024
In Philipp Simons Debütroman stehen philosophische Fragen im Vordergrund, die Handlung bleibt hingegen konventionell, schreibt Rezensent Kais Harrabi. Zuerst begleiten wir die Wissenschaftlerin Galsberg, die an einem Bewusstsein für eine KI arbeiten soll, die die Fehler der Menschen - das Ökosystem ist kollabiert - wieder in Ordnung bringen soll. Die Protagonistin Nadja lebt 150 Jahre später in dieser von Galsberg geschaffenen KI, die sich "Natur" nennt und Nadjas utopische Gemeinschaft kontrolliert, bis sie auf die verborgene Gewalt der echten Natur stößt, resümiert der Kritiker. Laut Harrabi bringt Simon komplexe Überlegungen in spannenden Dialogen auf den Punkt, ohne in abstrakte Diskurse abzugleiten. Die Geschichte bietet jedoch nur wenig Neues, Motive wie die "utopische Gemeinschaft" oder das "dunkle Geheimnis" wirken abgedroschen, moniert der Kritiker. Harrabi empfiehlt das Buch dennoch wegen der überzeugenden Ideen und der raffinierten Fragen zur Natur des Bewusstseins.
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