Nachwort von Caroline Hartge. 100 Gedichte von Olaf Velte - die meisten sind in den vergangenen sieben Jahren entstanden und werden hier erstmals versammelt. Der Band ist in drei Sektionen (Im Land, Jenseits der Äcker, Gemärker) eingeteilt, die auf verschiedenen Ebenen die physischen und geistigen Bewegungen des Autors nachvollziehen. Eine Lyrik, die aus der Mitte Deutschlands kommt, aus einem Randgebiet der Weltgeschichte: hier zieht der römische Limes durch die Wälder des Mittelgebirges und uralte Handelsstraßen durchkreuzen die Landschaft. Eine Lyrik, die von den agrarischen Fundamenten unserer Gesellschaft spricht, deren eigenwillige Sprache einer vergehenden Kultur angehört.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.05.2008
Den Autor hält Rezensentin Sylvia Staude für einen der Letzten, der Worte wie "Hammelloch" oder "Bachsaum" kunstvoll bewahrt. Dass der Schäfer Olaf Velte weiß, worüber er dichtet, bezweifelt Staude nicht. Die Härte und Dichte im Ton scheinen ihr dafür zu stehen. Wenn Velte das Landleben in "reduzierten Stimmungsbildern" beschreibt, nicht glorifiziert, ist der Rezensentin, als käme der Klang von sehr fern durch die Zeiten: "Schindacker", "Fölchen" ... Eine lexikalische Erklärung, findet Staude, braucht das nicht.
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