Aus dem Englischen von Christiane Winkler. Eine Frau stellt sich ihrer Vergangenheit. Seit zwanzig Jahren wohnt Disa in England auf dem Lande und leitet ein renommiertes Hotel. Seit zwanzig Jahren meidet sie jeden Gedanken an die Vergangenheit und hütet sorgsam das große Geheimnis ihres Lebens. Erst als sie erfährt, dass sie bald sterben muss, bricht sie in ihre isländische Heimat auf, wo sie das Glück und die Tragödien ihrer Jugend noch einmal durchlebt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2002
Sabine Brandt wirkt in ihrer Kritik des Romans um eine Frau aus Island, die ihre Heimat verlässt, zur Meisterköchin wird und, todkrank, noch einmal dorthin zurückkehrt, etwas ratlos. Was, fragt sie, will uns dieses Buch eigentlich erzählen? Hätte sich der isländische Autor, der heute in New York lebt, lediglich auf den Lebensweg der Ich-Erzählerin beschränkt, wäre die Rezensentin ganz zufrieden gewesen, wie es scheint. Sie lobt, wie "einfühlsam" Olafsson die Gefühle und Gedanken der Protagonistin erzählt und ist ziemlich beeindruckt, welche Fachkenntnisse er nicht zuletzt auf dem Gebiet der Kochkunst vorzuweisen hat. Doch versucht der Autor gleichzeitig, das Einzelschicksal als exemplarisch für die Zeitgeschichte von den 30-er Jahren bis zum 2. Weltkrieg und der Nachkriegszeit darzustellen, und hier ist das Buch für Brandt nicht mehr überzeugend. "Seltsam gekünstelt" wirken ihrer Meinung nach die im Roman enthaltenen Nachrichten vom nationalsozialistischen Terror, und sie fragt sich etwas beunruhigt, ob der Autor wohl auch nur "Grundschulkenntnisse" von diesem Thema hat wie seine Hauptfigur. Mehr als ein bisschen "Neugier" für das Leben der Protagonistin kann das Buch der Rezensentin nicht abringen, und das findet sie offensichtlich zu wenig.
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